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Deutsche Goldreserven:Buchführung der Bundesbank nicht ordnungsgemäß

Das ist, übrigens auch optisch, nicht sehr viel: Eine Tonne Gold entspricht einem Quader von 40 Zentimetern. Bei den im Ausland gelagerten Goldbeständen beschränkt sich die Bundesbank auf schriftliche Kontrollmitteilungen und "Bestandsbestätigungen" der ausländischen Besitzer beziehungsweise Verwahrer, insbesondere der Fed. Diese steht nicht im staatlichen Eigentum der USA, sondern privater amerikanischer Banken. Am 13. Dezember 2010 teilte die Bundesregierung mit, dass letztmalig am 11. Juni 2007 Bundesbankmitarbeiter bei der Fed in New York "die Tresoranlagen betreten und besichtigt" hätten. Also wird nicht geprüft, ob die bei der externen Verwahrstelle im Jahr 2007 gezeigten Barren tatsächlich die nummerierten "Bundesbank-Barren" sind, und damit werden naheliegende Fragen hinsichtlich der Identität und Qualität offengelassen.

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"Die Deutsche Bundesbank ist nicht autonom, sondern steht unter dem Gesetz": Bundestagsmitglied Peter Gauweiler.

(Foto: dapd)

Namhafte Bilanzrechtler weisen die Bundesbank seit längerem darauf hin, dass auch diese Art behördlicher Kontrolle nicht mit den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung übereinstimmen kann. Die Bedeutung der Goldvorräte als Währungsreserve liegt gerade in ihrer physischen Substanz. Gerade darin unterscheiden sich Goldvorräte von nicht körperlichen Vermögensgegenständen wie Forderungen oder Bankguthaben. Die bloße Entgegennahme und kritische Ansicht externer Bestätigungen - und der Verzicht auf jede eigene Kontrollzählung und Qualitätskontrolle der im Ausland bei Dritten gelagerten Goldreserven - verstößt gegen die gesetzlichen Vorgaben ordnungsgemäßer Buchführung des Handelsgesetzbuches (HGB) und die dazu entwickelten Grundsätze und Prüfungsstandards, die vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) entwickelt worden sind.

Dabei wird konstatiert, dass der Abschlussprüfer der Bundesbank bei seiner Prüfung der im Ausland gelagerten Goldreserven Deutschlands vor allem die IDW PS 301 "Prüfung der Vorratsinventur", IDW PS 302 "Bestätigungen Dritter" und - angesichts des enormen Wertes der deutschen Goldreserven und damit verbunden der Wesentlichkeit dieses für den Jahresabschluss - die IDW PS 250 "Wesentlichkeit im Rahmen der Jahresabschlussprüfung" nicht angemessen beachtet hat.

Fazit: Die Bundesbank hat bei der Bilanzierung der im Ausland gelagerten deutschen Goldreserven jahrelang gegen die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung verstoßen. Darüber hinaus ist sie ein nicht erklärbares Identifikations- und Qualitätsrisiko eingegangen. Das mit einer Goldverwahrung im Ausland (in diesem Umfang) für die deutsche Währungsreserve eingegangene Logistik-, Transfer- und Herausgaberisiko ist mit diesen Hinweisen noch gar nicht erfasst. Dazu kommt die unsaubere Vermischung von Gold und Goldforderungen.

Die Deutsche Bundesbank ist nicht autonom, sondern steht unter dem Gesetz. Wie schon bei den verschleierten Target-2-Krediten hat der seit einem Jahr amtierende Bundesbankpräsident Weidmann auch in Sachen Gold einige Arbeit vor sich - wenn er wieder gesetzliche Zustände herstellen will.

Peter Gauweiler sitzt für die CSU im Bundestag. Er hat gegen den Vertrag von Lissabon (teils erfolgreich) und gegen die Griechenlandhilfe geklagt.