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Deutsche Bank und Kirch:Erst schlechtreden, dann ausweiden

Das Geheimprojekt "Barolo" legt nahe: Die Deutsche Bank wollte Leo Kirchs Konzern zerschlagen und damit viel Geld verdienen. Auch wenn die Ereignisse schon lange zurückliegen, wird der Schatten noch lange auf Deutschlands mächtigstes Geldhaus fallen.

Von einem "rauchenden Colt" spricht man bei Ermittlungen der Staatsanwaltschaft, wenn die eine, alles entscheidende Spur gefunden worden ist, die zum Täter führt. In dem quälend langen Prozess zwischen dem darüber verstorbenen Medienunternehmer Leo Kirch, seinen Erben und der Deutschen Bank könnte dies nun der Fall sein.

In den Akten ist eine E-Mail gefunden worden, die beweisen könnte, dass die Bank damals den Konzern mit böser Absicht öffentlich schlechtgeredet und damit in den Abgrund gestoßen hat - ein Vorwurf, den die Bank und die damaligen Verantwortlichen um Ex-Chef Breuer immer zurückgewiesen haben.

Wenn dies so wäre (was die Justiz aber erst noch klären muss), dann hätte die ohnehin heftig kritisierte Deutsche Bank ein neues, gewaltiges Imageproblem. Wenn ausgerechnet eine Bank einen ihrer Kunden schlechtredet, um ihn anschließend auszuweiden, ist das hochgradig verwerflich.

Die heutige Führung der Bank, die sich um einen Kulturwandel bemüht, kann sich zu Recht darauf berufen, dass es sich um einen lange zurückliegenden Vorgang handelt. Der eine der beiden heutigen Chefs, Anshu Jain, war mit den Vorgängen gar nicht befasst, der andere, Jürgen Fitschen, wird durch die aktuellen Erkenntnisse entlastet. Aber die Schatten der Vergangenheit werden noch lange auf der Bank liegen.