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Deutsche Bank:Großaktionär wirbt für Bankenfusion

Vollmond in Frankfurt am Main

Banken-Monopoly in Frankfurt: Die Debatte um eine Fusion von Commerzbank und Deutscher Bank geht in eine neue Runde.

(Foto: dpa)

Der Fonds Cerberus hat viel Geld verloren mit Deutscher Bank und Commerzbank.

Geht es um eine Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank, dann spekulieren viele Banker in Frankfurt inzwischen weniger darüber, ob sie kommt, sondern nur noch wann. Bereits in den kommenden Wochen könne die Sache losgehen, vermuten Investmentbanker.

Ob es aber wirklich schon so weit gediehen ist? Die Aufsichtsräte der Geldhäuser haben sich Insidern zufolge jedenfalls noch nicht intensiv damit befasst. Zudem ist Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing skeptisch, während Commerzbank-Chef Martin Zielke und Bundesfinanzminister Olaf Scholz einer Fusion oder Übernahme gegenüber nicht abgeneigt wirken.

Offenbar aber erwärmt sich nun auch der US-Fonds Cerberus für eine Bankenehe. Er hält seit 2017 mindestens fünf Prozent an der Commerzbank sowie mindestens drei Prozent an der Deutschen Bank. Seither sind die Kurse gefallen, was den Amerikanern einen Buchverlust von mindestens 700 Millionen Euro beschert haben dürfte. Wie das Handelsblatt berichtet, unterstütze Cerberus daher eine Fusion. Cerberus hoffe, dass sich der technologische Wandel besser mit vereinten Kräften bewältigen ließe. Außerdem sorge man sich, dass sich die Deutsche Bank nicht alleine aus der Misere befreien könne. Das ist insofern wenig überraschend, als dass der Fonds ein solches Szenario sicherlich im Hinterkopf hatte, als man 2017 einstieg. Gegenüber der Bundesregierung hatte Cerberus-Chef Stephen Feinberg damals zwar beteuert, er wolle eine Fusion nicht vorantreiben. In der Finanzbranche aber nahm diese Aussage kaum jemand ernst. Cerberus ließ eine Anfrage dazu unbeantwortet.

Ohnehin können die Amerikaner alleine wenig ausrichten. Die übrigen Großaktionäre der Deutschen Bank sind dem Vernehmen nach weiter skeptisch, etwa der chinesische Mischkonzern HNA, die Kataris sowie der US-Fonds Blackrock. Nach SZ-Informationen führt Deutsche-Bank-Aufsichtsratschef Paul Achleitner derzeit Gespräche mit großen Anteilseignern, wobei er sicherlich auch über Zusammenschlüsse sprechen wird. Für eine Übernahme bräuchte die Deutsche Bank 75 Prozent Zustimmung des Kapitals auf der Hauptversammlung. Das wäre keine Hürde, sofern die Großaktionäre zustimmen, da dort oft nur 30 bis 40 Prozent des stimmberechtigten Kapitals anwesend sind. Kritiker haben indes eine lange Liste an Einwänden. Sie reicht vom fehlenden Geschäftsmodell bis zur Kapitalfrage: Die Aktionäre müssten wohl mindestens drei bis fünf Milliarden Euro nachschießen, allein schon weil die Finanzaufsicht das verlangen würde. Die Aktienkurse reagierten am Mittwoch zunächst kaum auf die Nachrichten: Am Nachmittag drehten die Papiere von Deutscher Bank und Commerzbank dann aber mit1,9 und 4,3 Prozent ins Plus.