Finanzbranche:Deutsche Bank einigt sich auf Millionen-Vergleich

Lesezeit: 1 min

Finanzbranche: Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing (links) und sein Vorgänger John Cryan - gegen die Beiden gibt es Vorwürfe.

Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing (links) und sein Vorgänger John Cryan - gegen die Beiden gibt es Vorwürfe.

(Foto: Sepp Spiegl/imago)

Anleger werfen dem Geldhaus laxe Kontrollen gegen Geldwäsche und zu positive Darstellung eigener Erfolge vor. Im Zentrum steht die Kundenbeziehung zu dem verstorbenen Sexualstraftäter Epstein.

Von Meike Schreiber, Frankfurt

Ihre Kundenbeziehung zum verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein kommt die Deutsche Bank erneut teuer zu stehen: Das Geldhaus hat sich in einem Rechtsstreit mit Anlegern auf die Zahlung von rund 26 Millionen Dollar geeinigt. Am vergangenen Freitag reichten die Kläger dazu eine vorläufige Einigung bei einem New Yorker Gericht ein, das die Einigung noch zulassen muss. Die Kläger, die zwischen 2018 und 2020 mit Aktien der Deutschen Bank gehandelt hatten, werfen der Bank laxe Anti-Geldwäsche-Kontrollen vor. Zudem habe die Bank Fortschritte auf diesem Gebiet viel zu positiv dargestellt, was den Aktienkurs künstlich in die Höhe getrieben habe.

Die Bank habe behauptet, man beende riskante Kundenbeziehungen konsequent. Stattdessen hätten Führungskräfte regelmäßig die Bedenken von Mitarbeitern aus der Compliance-Abteilung überstimmt und riskante Kunden zur Annahme empfohlen, behaupten die Kläger. Als die Bank wegen der Beziehung zu Epstein und anderen Vergehen bestraft wurde, sei der Aktienkurs gefallen und habe die Anleger geschädigt, hieß es in der Klageschrift.

Die Klage der Investoren richtete sich neben dem Konzern auch gegen Bankchef Christian Sewing und den früheren Vorstandschef John Cryan. Das Geldhaus bestreitet jegliches Fehlverhalten, wollte sich aber darüber hinaus nicht äußern. Die New Yorker Bankenaufsicht hat der Bank bereits im Juli 2020 unter anderem wegen gravierender Versäumnisse im Fall Epstein und im Geldwäsche-Skandal mit der Danske Bank eine Strafe von 150 Millionen Dollar auferlegt.

Die Aufseher hatten untersucht, warum die Bank in den USA von 2013 an sechs Jahre lang die Hausbank von Jeffrey Epstein gewesen war. Der Hedgefonds-Manager war 2019 wegen Verdachts auf Sexhandel verhaftet worden, bereits mehr als ein Jahrzehnt nachdem er sich vor einem Gericht in Florida wegen der erzwungenen Prostitution einer Minderjährigen für schuldig bekannt hatte. Sein Tod im Gefängnis im August 2019 wurde als Selbstmord eingestuft.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema