Tessen von Heydebreck, 70, ist von den fünf Angeklagten derjenige mit dem geringsten Promi-Faktor. Keine provozierenden Sprüche, keine öffentlichen Streitereien, nichts dergleichen. Der Jurist, der aus Pommern stammt, gilt als Banker der alten Schule. Zurückhaltendes Auftreten, große Nähe zu den Kunden. In der Deutschen Bank arbeitete er sich ab 1974 über die Filialen in Emden, Bremen und Hamburg in den Vorstand hoch und kümmerte sich dort von 1994 bis 2007 vor allem um Privat- und Geschäftskunden, und um das Personal. Heydebreck (Foto: dpA) wurde in der Frankfurter Konzernzentrale, wo zunehmend die Investmentbanker dominierten, von manchen seiner Kollegen offenbar eher als Außenseiter betrachtet. Und das Verhältnis zu Bankchef Breuer war nicht besonders gut. Breuer habe ihn mal vor führenden Mitarbeitern "sehr bloßgestellt", erzählte Heydebreck später. Breuer habe ihm ohne Vorankündigung einen Zuständigkeitsbereich weggenommen. Einfluss hatte Heydebreck trotzdem. Er trug maßgeblich dazu bei, dass Josef Ackermann Nachfolger von Breuer wurde.

Bild: picture-alliance/ dpa 27. April 2015, 17:242015-04-27 17:24:26 © SZ.de