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Deutsche-Bank-Chef:Münchner Richter lassen Anklage gegen Fitschen zu

Deutsche Bank AG Executives Speak At Lender's Annual General Meeting

Deutsche-Bank-Co-Chef Jürgen Fitschen muss sich ab Ende April in München vor Gericht verantworten.

(Foto: Bloomberg)
  • Das Landgericht München hat die Anklage wegen Prozessbetrugs gegen Deutsche-Bank-Co-Chef Jürgen Fitschen zugelassen.
  • Neben Fitschen müssen sich auch seine Vorgänger Ackermann und Breuer sowie Ex-Aufsichtsratschef Börsig verantworten.
  • Der Prozess soll Ende April beginnen und mindestens bis in den Sommer hinein dauern.

Am 28. April ist es soweit: Dann muss der amtierende Co-Vorstandschef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, auf der Anklagebank der 5. Strafkammer des Landgerichts München platznehmen. Die Richter haben die Anklage gegen den Top-Manager unverändert zugelassen. Vor Gericht verantworten müssen sich damit neben Fitschen auch seine Vorgänger Josef Ackermann und Rolf Breuer, der ehemalige Aufsichtsratschef der Bank, Clemens Börsig, und ein weiterer Ex-Vorstand des größten deutschen Geldhauses.

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Insgesamt fünf Top-Banker vor Gericht

Vier der Manager sollen im Verfahren um die Pleite des Medienkonzerns von Leo Kirch vor dem Oberlandesgericht München falsch ausgesagt haben, so der Vorwurf. Fitschen soll es dann versäumt haben, reinen Tisch zu machen. Der Vorsitzende Richter der Strafkammer, Peter Noll, hat die Verhandlungstermine vorläufig bis Anfang August terminiert. Nach der Sommerpause wird dann vermutlich weiterverhandelt werden.

Die Münchner Staatsanwaltschaft wirft den Managern vor, im Kirch-Verfahren vor dem Oberlandesgericht München falsche Angaben gemacht zu haben, um Schadenersatz-Zahlungen an die Erben des verstorbenen Medienunternehmers zu verhindern. Der hatte die Bank und deren Ex-Chef Breuer zeitlebens für die Pleite seines Konzerns verantwortlich gemacht.

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Interview-Äußerung als Auslöser des Streits

Anfang 2002 hatte Breuer in einem TV-Interview Zweifel an Kirchs Kreditwürdigkeit geäußert. Wenige Wochen später meldete Kirch Insolvenz an. Es folgte eine Welle von Prozessen. Anfang 2014 einigte sich die Bank mit den Kirch-Erben auf einen Vergleich und zahlte 925 Millionen Euro.

Dennoch ermittelte die Staatsanwaltschaft in Sachen Prozessbetrug weiter. Weil die Bank letztlich gezahlt hatte, lautet der Vorwurf nun: versuchter Prozessbetrug in einem besonders schweren Fall. Die Angeklagten hatten die Vorwürfe stets zurückgewiesen.

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