Deutsche BankZahl der Einkommensmillionäre steigt

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Die Deutsche Bank zahlt ihren Managern deutlich mehr Geld. Das liege an der starken Leistung, sagt das Geldinstitut.
Die Deutsche Bank zahlt ihren Managern deutlich mehr Geld. Das liege an der starken Leistung, sagt das Geldinstitut. Florian Wiegand/Getty Images
  • Die Deutsche Bank zahlte 2024 den höchsten Bonuspool seit über zehn Jahren mit knapp 2,7 Milliarden Euro aus, 658 Banker erhielten mehr als eine Million Euro.
  • Ein Banker erhielt zwischen 18 und fast 19 Millionen Euro - so viel wie noch nie seit Veröffentlichung dieser Zahlen.
  • Die Bank kämpft derweil weiter mit teuren Rechtsstreitigkeiten, darunter Schadensersatzforderungen von 700 Millionen Euro von vier ehemaligen Managern wegen der Monte dei Paschi-Affäre.
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Die Bank macht mehr Gewinn und zahlt so viele Boni wie seit zehn Jahren nicht. Das Institut kämpft aber weiter mit den Folgen problematischer Kundenbeziehungen und teurer Rechtsstreitigkeiten.

Von Meike Schreiber, Frankfurt

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Wenn es an den Finanzmärkten turbulent zugeht und die Kurse von Aktien, Anleihen oder Währungen stark schwanken, profitieren meist die Investmentbanken – darunter auch die Deutsche Bank. Zumindest im vergangenen Jahr war das so: Das Institut verdiente deutlich mehr, auch der Aktienkurs stieg stark an. Wie aus dem am Donnerstag veröffentlichten Geschäftsbericht hervorgeht, kassierten entsprechend auch die Investmentbanker mehr als im Jahr zuvor. Die Zahl der Einkommensmillionäre stieg ebenfalls: 658 Banker erhielten Gesamtbezüge von einer Million Euro oder mehr, nach 647 im Vorjahr. Der Bonuspool erhöhte sich von rund 2,5 Milliarden Euro im Vorjahr auf knapp 2,7 Milliarden Euro – das ist der höchste Stand seit mehr als zehn Jahren. Dieser Anstieg spiegele die starke Leistung der Bank wider, heißt es im Geschäftsbericht.

Mit Blick auf die Zahl der Einkommensmillionäre ist die Deutsche Bank seit jeher Spitzenreiterin unter den Dax-Konzernen und übertrifft regelmäßig auch andere europäische Großbanken, wobei ihre Kollegen an der Wall Street freilich noch deutlich mehr verdienen. Laut Geschäftsbericht erhielten zwei nicht namentlich genannte Banker zwischen elf und knapp zwölf Millionen Euro, ein weiterer sogar zwischen 18 und fast 19 Millionen Euro – so viel wie noch nie, seit die Bank diese Zahlen veröffentlichen muss.

Wer diese Mitarbeiter sind, welche Verantwortung sie tragen und welche Risiken sie mit ihren Geschäften eingehen, dazu äußert sich die Bank traditionell nicht. Seit der Finanzkrise schreiben die Vergütungsregeln der Finanzbranche vor, dass Banken diese Art Informationen veröffentlichen müssen.

Ex-Manager fordern 700 Millionen Schadenersatz

Vorstandschef Christian Sewing erhielt 2025 eine Gesamtvergütung von knapp 10,5 Millionen Euro – rund 740 000 Euro mehr als im Vorjahr. Die Summe setzt sich aus einem festen Gehalt sowie kurz- und langfristigen Bonuszahlungen zusammen. Fabrizio Campelli, Vorstand für das Investmentbanking und Firmenkunden, verdiente fast 9,3 Millionen Euro. Kritik an der Vergütungspraxis kam vom bankenkritischen Verein Finanzwende. „Wir sehen das Bonussystem im Bankwesen grundsätzlich kritisch, da die enormen Summen die Ungleichheit in unserer Gesellschaft verschärfen“, sagte Finanzexperte Michael Peters. Boni belohnten zudem weiterhin riskantes Verhalten und setzten damit falsche Anreize.

Dass Risiken im Bankgeschäft oft erst nach Jahren eintreten, zeigt sich derzeit nicht nur an den Veröffentlichungen über die Kundenbeziehung der Deutschen Bank zu Jeffrey Epstein, ein Sachverhalt, der das Institut mehr als 200 Millionen Euro und erheblich an Reputation gekostet hat. Die Deutsche Bank hatte Epstein 2013 trotz Warnungen als Kunden angenommen, zeitweise unterhielt er mehr als 60 Konten und Depots bei der Bank und genoss die Vorzugsbehandlung für reiche Kunden. Damals expandierte die Bank aggressiv im Geschäft mit vermögenden Kunden in den USA, eher zweitrangig war dabei, womit die Kunden ihr Geld verdienten. Als das US-Justizministerium kürzlich die „Epstein Files“ veröffentlicht hat, sind damit auch bergeweise Bank-Interna rund um die Informationen zur Epstein-Kundenbeziehung öffentlich geworden. Die Informationen seien „gemäß dem Epstein-Akten-Transparenzgesetz“ öffentlich freigegeben worden, hieß es im Geschäftsbericht.

Auch ein anderer, bereits bekannter Rechtsstreit rückt erneut in den Fokus: Vier ehemalige Manager fordern von der Deutschen Bank im Zusammenhang mit einer früheren Geschäftsverbindung zur italienischen Bank Monte dei Paschi Schadenersatz von umgerechnet rund 700 Millionen Euro, wie aus dem Geschäftsbericht hervorgeht. Die Kläger werfen der Bank vor dem Londoner High Court vor, ihre Karrieren beschädigt zu haben. Der Fall ist komplex; im Kern geht es jedoch darum, dass sich die früheren Manager in Italien wegen des Verdachts der Bilanzmanipulation zeitweise vor Gericht verantworten mussten. Die Vorwürfe beziehen sich dabei auch auf Konzernchef Christian Sewing. Die Deutsche Bank erklärte im Geschäftsbericht, sie halte alle derartigen Klagen für unbegründet und werde sich entschieden dagegen verteidigen. Zudem klagt ein fünfter Banker in Frankfurt dazu auf Schadenersatz in Höhe von 152 Millionen Euro. Diese Klage wurde 2024 eingereicht und soll noch in diesem Jahr verhandelt werden. Obwohl die Deutsche Bank die Vorwürfe für unbegründet hält, hat sie sich mit einem der ehemaligen Mitarbeiter aber bereits außergerichtlich geeinigt. Über die Höhe der Vergleichszahlung machte die Bank keine Angaben. Ob das Geldhaus für die Verfahren Rückstellungen gebildet hat, teilte sie bislang nicht mit. Eine solche Offenlegung würde „vermutlich den Ausgang der Verfahren erheblich beeinflussen“, heißt es im Bericht.

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