bedeckt München 25°

Bahn in der Corona-Krise:Milliardenverlust statt Millionengewinn

Deutsche Bahn: ICE fährt in einen Bahnhof ein

Die Schulden der Deutschen Bahn steigen auf mehr als 27 Milliarden Euro.

(Foto: dpa-tmn)

Eigentlich hatte die Bahn mit einem Gewinn gerechnet, doch dann blieben die Fahrgäste aus. Trotzdem kommt es nun wohl nicht so schlimm wie zeitweise befürchtet.

Die Deutsche Bahn hat in der Corona-Krise einen Milliardenverlust eingefahren. Allein in den ersten fünf Monaten habe der Betriebsverlust 1,2 Milliarden Euro betragen, sagten mit den Zahlen Vertraute der Nachrichtenagentur Reuters. Eigentlich war ein Gewinn vor Steuern und Zinsen von 400 Millionen Euro angepeilt worden.

Zwischenzeitlich hatte der Staatskonzern den Kreisen zufolge mit noch schlechteren Zahlen gerechnet, da man auch im Mai von einem weitgehenden Lockdown ausgegangen war. So liege der Verlust um eine halbe Milliarde Euro niedriger als damals befürchtet. Dennoch stiegen die Schulden auf mehr 27 Milliarden Euro und damit um zwei Milliarden Euro mehr als geplant.

Eine Bahn-Sprecherin wollte sich zu den Angaben nicht äußern. Der Konzern rechne in diesem Jahr mit keiner grundlegenden Erholung mehr und erwarte den größten Verlust seiner Geschichte, sagte ein Konzernvertreter. Besonders angespannt sei die Lage beim Personenverkehr in Deutschland. Die Güterbahn halte sich vergleichsweise gut. Die internationale Spedition Schenker bewege sich sogar im Rahmen der Planungen - unter anderem wegen des boomenden Luftfracht-Geschäfts in der Corona-Krise.

© Reuters
Wire Card Wirtschaft 21.7.2020 Stefan Dimitrov

SZ PlusExklusiv
Wirecard
:Warum wurden die EY-Wirtschaftsprüfer nicht eher misstrauisch?

Jahrelang testierten die Wirtschaftsprüfer von EY die Bilanzen der Wirecard AG. Zwar dürfen Prüfer im Alltagsgeschäft nicht jedes Detail kontrollieren, aber es gab viele Ungereimtheiten, die auf dubiose Vorgänge hindeuten.

Von Christoph Giesen, Klaus Ott, Nicolas Richter, Jörg Schmitt, Jan Willmroth und Nils Wischmeyer

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite