Deutsche BahnVon wegen Bahnfahren für 6,99 Euro

Lesezeit: 2 Min.

Wie günstig Bahnfahrten sind, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab.
Wie günstig Bahnfahrten sind, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab.
Lorenz Mehrlich
  • Eine Untersuchung der Verbraucherzentrale zeigt, dass die beworbenen Super-Sparpreise der Deutschen Bahn an 76 Prozent der untersuchten Tage nicht verfügbar waren.
  • Die tatsächlichen Ticketpreise lagen zwischen 15 und 157 Prozent über den beworbenen Angeboten, besonders teuer waren Fahrten an Freitagen und Sonntagen.
  • Günstige Bahntickets gibt es vor allem bei flexibler Reiseplanung, langfristiger Buchung und Reisen dienstags oder mittwochs sowie in den frühen Morgen- und Abendstunden.
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Die Deutsche Bahn wirbt mit günstigen Super-Sparpreisen. Einer Untersuchung der Verbraucherzentrale zufolge liegen die tatsächlichen Preise jedoch häufig deutlich höher. Wie Reisende trotzdem sparen können.

Von Sebastian Strauß

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Die Deutsche Bahn hatte zuletzt gleich mehrere gute Nachrichten für Reisende zu verkünden. Im Dezember vergangenen Jahres gab das Unternehmen bekannt, zum Fahrplanwechsel 2026 auf eine Preiserhöhung zu verzichten. Im Frühjahr folgte dann eine weitere Neuerung: Last-Minute-Sparpreise. Wer seitdem am Wochenende bucht, so das Versprechen der Bahn, kann für die darauffolgende Woche bereits Tickets ab 6,99 Euro ergattern.

Doch der Weg zum günstigen Ticket ist nicht immer so einfach, wie es die Werbung vermuten lässt. Denn zwischen dem Preis, mit dem die Bahn wirbt und dem, der Reisenden tatsächlich im Buchungsportal angezeigt wird, liegt mitunter ein deutlicher Unterschied. Das geht aus einer Untersuchung der Verbraucherzentrale hervor.

Für die Untersuchung wertete die Verbraucherzentrale zwischen Juni 2024 und April 2026 täglich die günstigsten verfügbaren Direktverbindungen zwischen Berlin, Hamburg, München, Köln und Frankfurt am Main aus. Dabei wurden Fahrten der zweiten Klasse mit Abfahrten zwischen sieben und 19 Uhr betrachtet.

Wie aus den Ergebnissen der Untersuchung hervorgeht, lagen die günstigsten verfügbaren Tickets an 76 Prozent der untersuchten Tage über dem jeweils beworbenen Angebot. Die erfassten Ticketpreise waren dabei zwischen 15 und 157 Prozent teurer als der beworbene Preis. Nur an etwa jedem vierten Tag entsprachen die verfügbaren Tickets dem angekündigten Super-Sparpreis oder lagen darunter. Besonders teuer waren die Fahrkarten demnach an stark nachgefragten Reisetagen wie Freitagen und Sonntagen.

„Wer mit der Deutschen Bahn fährt, der trifft auf ein komplexes Preissystem. Das macht die Planung einer Bahnreise in finanzieller Hinsicht anspruchsvoll“, sagt Ramona Pop vom Bundesverband der Verbraucherzentrale. Das könne dazu führen, dass Menschen, die sich mit dem Fahrpreissystem nicht auskennen, im Zweifel Nachteile erfahren würden.

Die Deutsche Bahn widerspricht der Untersuchung

Die Deutsche Bahn kritisiert die Untersuchung der Verbraucherzentrale. Nach Angaben des Unternehmens sind derzeit so viele Billigtickets wie noch nie verfügbar. Zudem seien die Ticketpreise für Reisende in den vergangenen Monaten stabil geblieben.

Die Untersuchung der Verbraucherzentrale bilde mit den Direktverbindungen zwischen den großen Metropolen nur einen Teil des Fernverkehrs ab. Gerade für Reisende außerhalb der Ballungsräume gebe es zahlreiche weitere Verbindungen. „Hier ist für die Reisenden in der Regel eine große Bandbreite günstiger Tickets verfügbar“, teilte das Unternehmen mit. Außerdem habe die Untersuchung die Randzeiten nicht berücksichtigt. Gerade vor sieben Uhr und nach 19 Uhr gebe es besonders viele günstige Tickets.

Ziel des Preissystems sei es, die Züge möglichst gleichmäßig auszulasten. Dafür würden die Ticketkontingente gesteuert. Mit günstigen Angeboten wolle die Bahn vor allem Reisende ansprechen, die bei Reisetag und Uhrzeit flexibel seien.

„Wer mit besonders günstigen Preisen wirbt, sollte gewährleisten, dass diese öfter auch zu üblichen Reisezeiten verfügbar sind“, sagt Pop von der Verbraucherzentrale. Doch wie günstig Bahnfahrten tatsächlich sind, hängt von mehr Faktoren ab. Der Verbraucherzentrale zufolge haben Reisende die besten Chancen günstig zu reisen, wenn sie den Reisetag flexibel bestimmen können. Besonders günstig sind demnach Reisen zu Wochenbeginn oder an Samstagen sowie in den frühen Morgen- und Abendstunden. Auch eine langfristige Planung zahle sich aus: Wer etwa zwölf Wochen im Voraus bucht, findet häufiger günstige Angebote.

Kurzfristige Buchungen können dagegen deutlich teurer werden. Wie die Untersuchung zeigt, lagen die erhobenen Super-Sparpreise bei kurzfristigen Buchungen im Median fast dreimal so hoch wie bei einer Buchung rund zwölf Wochen vor der Reise. Die günstigsten Wochentage für Bahnreisende sind der Verbraucherzentrale zufolge Dienstag und Mittwoch.

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