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Fernverkehr:Deutsche Bahn verkauft künftig keine Papier-Fahrkarten mehr im Zug

Ein ICE hält Einfahrt im Kölner Hauptbahnhof Köln 30 07 2017 Foto xC xHardtx xFuturexImage

Nach Angaben der Deutschen Bahn wurden in den vergangenen Jahren weniger als ein Prozent der Fahrkarten im Zug verkauft.

(Foto: Christoph Hardt/imago/Future Image)

Ab 2022 können Spontanreisende ihre Tickets nur noch digital lösen - ein großer Fehler, findet die Gewerkschaft.

Kunden der Deutschen Bahn können vom kommenden Jahr an keine Papier-Fahrkarten mehr in Fernzügen kaufen. Die Möglichkeit falle ab dem 1. Januar 2022 weg, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Stattdessen könnten Reisende von April an noch bis zehn Minuten nach Abfahrt eine digitale Fahrkarte über die App oder die Bahn-Website buchen. Dabei werde kein Bordzuschlag fällig.

Zuerst hatte die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft auf die aus ihrer Sicht falsche Entscheidung aufmerksam gemacht. "Wir haben immer für ein offenes System plädiert, das Reisenden im Fernverkehr spontan die Möglichkeit eröffnet, den Zug als ideales Verkehrsmittel zu wählen", heißt es von Seiten der Gewerkschaft.

Die Bahn verweist auf die Erweiterung beim Online-Ticket und hebt hervor: "Es wird auch weiterhin für Spontanreisende im Fernverkehr die Möglichkeit geben, noch im Zug ein Ticket zu kaufen."

Nach Bahn-Angaben wurden in den vergangenen Jahren weniger als ein Prozent der Fahrkarten im Zug verkauft. Der Bordzuschlag, der dabei als Aufpreis fällig wird, liegt inzwischen bei 19 Euro. Im Nahverkehr und in der S-Bahn müssen Fahrkarten immer vor der Fahrt gelöst werden. Die Gewerkschaft fordert indes eine breite Informationskampagne über die Änderung. Sie befürchtet Konflikte, wenn ahnungslose Fahrgäste nach dem Stichtag noch beim Zugpersonal nachlösen wollen.

© SZ/dpa/vit
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