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Deutsche Bahn:Schlechte Nachricht für genervte Bahn-Kunden

Die Deutsche Bahn hat bei den Investitionen zuletzt gespart. Nun wird auf der Rennstrecke zwischen München und Hamburg unglaubliche fünf Jahre lang gebaut. Doch es gibt auch Hoffnung.

Kommentar von Caspar Busse

Es ist eine schlechte Nachricht für alle Kunden der Deutschen Bahn: Das Staatsunternehmen muss in den kommenden Jahren wichtige Hochgeschwindigkeitsstrecken grundlegend sanieren und dafür teilweise monatelang sperren. Die Züge werden während der Bauarbeiten Umwege nehmen und auf alte Strecken ausweichen, die Reisezeiten werden deshalb teilweise deutlich länger. Die Passagiere müssen also einmal mehr viel Geduld haben.

Auf der Rennstrecke zwischen München und Hamburg etwa soll fünf Jahre lang gebaut werden. Kaum vorstellbar, dass das nicht schneller gehen kann, etwa durch eine bessere Koordination der Arbeiten.

Die Nerven der Bahn-Kunden sind ohnehin schon sehr angespannt. Die Quote unpünktlicher Züge, gerade auf langen Strecken, ist noch immer viel zu hoch. Die Deutsche Bahn bekommt das Problem einfach nicht in den Griff. Dazu kommt: Immer wieder gibt es Beschwerden über den Service und das Angebot. Oft ist das Unternehmen auch zu unflexibel, um auf Entwicklungen schnell zu reagieren. Die neue schnelle Verbindung zwischen Berlin und München beispielsweise ist bei den Passagieren sehr beliebt. Eine häufigere Taktung oder längere Züge gibt es trotzdem kurzfristig nicht. Und weil die Bahn viele Billigtickets auf den Markt wirft, sind manche Züge sehr voll, gerade an Frei- und Sonntagen.

Jetzt kommen die Baumaßnahmen dazu. Natürlich sind die ersten ICE-Strecken, um die es hier geht, bereits seit 1991 in Betrieb. Sie sind seitdem viel befahren und sehr gut ausgelastet, sodass irgendwann der Zeitpunkt für eine grundlegende und auch teure Modernisierung kommt. Gleichzeitig stimmt aber auch, dass die Bahn bei den Investitionen zuletzt gespart hat. Daher gibt es immer noch zu wenige Züge.

Die neuen Einschränkungen sind zunächst einmal ein deutlicher Schritt zurück, der das Bahnfahren unattraktiver macht. Der Zeitvorteil auf einigen Strecken ist dahin. Es werden manche wieder auf Auto oder Bus ausweichen. Doch es besteht auch die Hoffnung, dass die Deutsche Bahn danach ein gutes Stück nach vorne kommen kann. Denn die Strecken sind künftig auf dem neusten Stand und auch mit moderner Technik ausgestattet, sodass der Verkehr reibungslos fahren kann. Nach dem Motto: Auch ein Schritt zurück ist oft ein Schritt zum Ziel.

© SZ.de/bbr
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