Verkehr:Bahn plant neues Milliardenprojekt

Morgens am Frankfurter Hauptbahnhof

Die Planungen für den Tunnel sind nicht einfach. Denn die vielen Hochhäuser in der Metropole erschweren der Bahn die Arbeit.

(Foto: Frank Rumpenhorst/dpa)

Die Deutsche Bahn will in Frankfurt einen unterirdischen Fernbahnhof bauen. Das große Ziel: Mehr Verkehr ermöglichen an einem der wichtigsten Knotenpunkte des Landes.

Von Markus Balser

Wer über Frankfurt mit der Bahn durch Deutschland reist, kennt die zeitraubende Prozedur nur zu gut. ICEs müssen über Minuten die gleiche Strecken in den Hauptbahnhof nehmen, auf der sie ihn auch wieder verlassen. Und mit 1200 Zügen pro Tag ist der Kopfbahnhof auch noch vollends ausgelastet. Schon jetzt müssen Züge beim ein- und ausfahren immer wieder wegen Engpässen warten. Und das dürfte erst der Anfang sein: Verkehrsprognosen sagen künftig noch deutlich mehr Bedarf für Züge über Frankfurt voraus.

Am Montag gab die Deutsche Bahn bekannt, dass sie die Probleme mit einem Großprojekt bekämpfen will. Eine Machbarkeitsstudie habe ergeben, dass in Frankfurt der Bau eines unterirdischen Fernbahnhofs realisierbar sei. Das Unternehmen werde nun mit den konkreten Planungen beginnen. Die Bahn rechnet damit, dass das fast vier Milliarden teure Vorhaben erst Ende des kommenden Jahrzehnts fertig wird.

Wie die Planung genau aussieht? Der unterirdische Fernbahnhof mit vier Bahnsteigen, der direkt unter dem Hauptbahnhof liegen soll, wird 35 Meter in die Tiefe gebaut. Auch den oberirdischen Hauptbahnhof will die Bahn weiter nutzen, vor allem für den Nah- und Regionalverkehr. Am Erscheinungsbild wird sich deshalb - anders als beim Stuttgarter Bahnhof - wenig ändern. Durch die neue zweigleisige Tunnelröhre und die zusätzlichen Bahnsteige könnten nach Bahnangaben aber 250 Züge zusätzlich durch den Knotenpunkt fahren. Der Tunnel soll von Westen und Osten auf den neuen Tiefbahnhof zulaufen. So soll auch der Deutschland-Takt möglich werden: ein neues Fahrplansystem der Bahn, das große Städte in einem festen Takt verbinden soll.

Die Planungen für den Tunnel sind nicht einfach. Denn die vielen Hochhäuser erschweren der Bahn die Arbeit, ihre Fundamente reichen teils 50 Meter tief in die Erde. Für den möglichen Verlauf des Tunnels hat die Bahn in der Studie auch deshalb eine nördliche, eine mittlere und eine südliche Variante zwischen dem Hauptbahnhof und dem Frankfurter Osten untersucht. Als beste Variante ging der Südkorridor aus der Untersuchung hervor. Er führt unter der Erde an den Frankfurter Hochhäusern vorbei zum Hauptbahnhof.

Als im September 2019 die Machbarkeitsstudie angekündigt worden war, hieß es, vor 2035 sei nicht mit einer Fertigstellung zu rechnen. Im Ergebnis sollen Fernzüge bis zu acht Minuten schneller durch den Frankfurter Knoten fahren.

© SZ/pauw
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