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Umweltschutz:Deutsche Bahn will Glyphosat-Einsatz halbieren

Warnstreik bei der Deutschen Bahn - München

Unkraut an den Gleisen kann für das Schienennetz der Deutschen Bahn zum Problem werden.

(Foto: dpa)
  • Die Deutsche Bahn will entlang der Gleise künftig weniger Glyphosat versprühen.
  • Das Unkrautvernichtungsmittel ist umstritten - die Bahn will das Unkraut daher künftig stärker manuell beseitigen.

Die Bahn ist der größte Einzelabnehmer von Glyphosat in Deutschland - und will künftig weniger davon einsetzen. Eigenen Angaben zufolge wurden im vergangenen Jahr 57 Tonnen des umstrittenen Unkrautvernichters entlang der Gleise versprüht, 2017 seien es sogar 67 Tonnen gewesen. Im kommenden Jahr soll es nur noch halb so viel sein, kündigte die Bahn nun an. Stattdessen werde Unkraut stärker manuell beseitigt, um die Schienen frei zu halten.

Bislang seien 90 Prozent des Netzes einmal im Jahr mit Glyphosat behandelt worden, also etwa 63 000 Gleiskilometer. Laut Geschäftsbericht war es etwa ein Kilogramm pro Gleiskilometer. Ausgenommen seien lediglich Naturschutzgebiete und Brücken. Auf welchen Strecken genau das Mittel nicht mehr verbreitet wird, steht bislang nicht fest.

Experimentiert wurde schon mit Heißdampf und UV-Licht

Bereits seit einigen Jahren arbeite das Unternehmen an alternativen Methoden, die ähnlich wirksam gegen Unkraut an den Gleisen sein sollen. Erprobt wird etwa, ob sich die Pflanzen mit heißem Wasser, Strom oder UV-Licht beseitigen lässt. Experimentiert wurde auch schon mit Heißdampf, Mikrowellen- und Hochfrequenzenergie - diese Methoden hätten sich aber als sehr zeit- und energieaufwendig erwiesen.

Bereits 2015 hatte die WHO-Krebsforschungsagentur IARC den Unkrautvernichter erstmals als "wahrscheinlich krebserregend" für Menschen eingestuft. Der Hersteller, die Bayer-Tochter Monsanto, widerspricht dem vehement. Bei vorschriftsgemäßer Anwendung seien die Produkte ungefährlich. In der breiten Masse werden sie vor allem von Landwirten und Gärtnern eingesetzt. Die EU-Genehmigung für Glyphosat läuft 2022 aus.

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