Bahn-BilanzBahn erzielt erstmals seit Jahren Gewinn

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Die Bahn dürfte auch vom Anstieg der Spritpreise profitiert haben.
Die Bahn dürfte auch vom Anstieg der Spritpreise profitiert haben.
Frank Hoermann / SVEN SIMON/IMAGO

Unpünktliche Züge, marode Infrastruktur, schwache Zahlen: Die Bahn liefert regelmäßig negative Schlagzeilen. Im ersten Halbjahr konnte der Konzern Berichten zufolge aber einen Rekord verbuchen.

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Die Deutsche Bahn kann trotz unpünktlicher Züge und maroder Infrastruktur auf ein wirtschaftlich erfolgreiches erstes Halbjahr zurückschauen. Der bundeseigene Konzern erzielte ein Plus von 147 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr 2025 waren bei der Bahn Verluste von etwa 760 Millionen Euro aufgelaufen. Wie die Bahn mitteilte, verbesserte sich das operative Ergebnis (Ebit) um 650 Millionen Euro auf 415 Millionen Euro.

Bahn-Chefin Evelyn Palla stellt heute die Halbjahresbilanz vor. „Zum ersten Mal seit sieben Jahren schreibt unser Eisenbahngeschäft unterm Strich wieder schwarze Zahlen“, sagte Palla einer Mitteilung zufolge. Sie sei aber erst zufrieden, „wenn auch die Qualität im täglichen Eisenbahnverkehr überzeugt“.

Als Gründe für das bessere Ergebnis nannte die Bahn den begonnenen Konzernumbau, der auch Kostensenkungen und Personalabbau in der Konzernleitung und bei den internen Dienstleistern vorsieht. Im Rahmen des Konzernumbaus soll die Bahn zudem dezentraler aufgestellt werden. Dabei soll mehr Verantwortung in die Fläche gegeben, die örtlichen Zuständigen dann aber auch klar an ihren Zahlen gemessen werden.

„Alle Geschäftsfelder der DB haben ihr operatives Ergebnis im ersten Halbjahr 2026 stabil positiv gehalten oder verbessert“, teilte die Bahn mit. Gleichzeitig seien die Investitionen des DB-Konzerns im Vergleich zu den ersten sechs Monaten 2025 erneut kräftig gestiegen.

Rabattangebote kurbelten wohl Nachfrage an

Darüber hinaus zählte die Bahn im ersten Halbjahr 2026 Berichten von Bild und Spiegel nach etwa 960 Millionen Fahrgäste - 17 Millionen mehr als im Vorjahr und damit ein Rekord. Als Hauptgrund nennt die Bahn laut Bild die Entwicklung bei den Kraftstoffpreisen. Vor allem Pendler im Nahverkehr seien laut Einschätzung der Bahn vom Auto auf die Bahn umgestiegen. Während Benzin in den vergangenen Monaten immer teurer wurde, seien die Preise bei der Bahn stabil geblieben. Im Fernverkehr habe die Nachfrage seit April ebenfalls deutlich zugelegt.

Auch die neuen Rabattangebote des Unternehmens dürften die Nachfrage angekurbelt haben. Das Last-Minute-Ticket wurde den Berichten zufolge von 600 000 Fahrgästen genutzt, das Familienticket von 200 000 Reisenden. Die kostenlose Jugend-Bahncard 25 sei etwa 50 000 Mal bestellt worden.

Der Konzern fiel in der jüngeren Vergangenheit nicht nur mit schwacher Pünktlichkeitsquote und maroder Infrastruktur auf, sondern auch mit schlechten Geschäftszahlen. 2025 verzeichnete die Bahn unter dem Strich einen Milliardenverlust. Bahn-Chefin Palla leitete zuletzt einen umfangreichen Konzernumbau ein, der auch Sparmaßnahmen und Stellenstreichungen umfasst. Im Fernverkehr läuft ein eigenes Sanierungsprogramm.

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