Niklas N. sitzt in einem Café unweit eines großen deutschen Hauptbahnhofs und starrt vor sich auf den Tisch. „Wenn ich nicht mit Leib und Seele Eisenbahner wäre, hätte ich schon längst hingeschmissen“, sagt er. Seine Hände umschlingen eine Tasse Kaffee, schwarz mit einem Löffel Zucker. N. möchte reden: über seinen Arbeitgeber, die Deutsche Bahn, über seinen Traumjob, den des Zugbegleiters, aber auch über alles, was derzeit falsch läuft in dem Staatskonzern. So falsch, „dass es einen echt zermürbt“, wie er sagt.
Krise im Fernverkehr„Manchmal fühle ich mich von der Deutschen Bahn verraten“
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Die Lage bei der Bahn ist ernst. Und sie wäre noch viel ernster, würden nicht jeden Tag Tausende Mitarbeiter ihr Bestes geben. Doch viele von ihnen können nicht mehr – und machen dem Konzern schwere Vorwürfe.
Von Vivien Timmler, Berlin
