Deutsche Bahn F wie unfair

Die Bahn leidet - auch unter der Konkurrenz der Fernbusse. Dabei ist dieser Wettbewerb für die umweltfreundliche Bahn alles andere als fair.

Kommentar von Thomas Öchsner, Berlin

Der Deutschen Bahn geht es schlecht. Die Kunden laufen dem Staatskonzern in Scharen davon. Neue Anbieter schnappen dem Unternehmen Aufträge im Regionalverkehr weg. Im Güterverkehr fährt die Bahn seit Jahren Verluste ein. Nun wirft Vorstandschef Grube unfähige Manager raus und forciert den Umbau des Konzerns.

Ob das der Bahn wirklich hilft, aus der Misere zu kommen, ist jedoch fraglich. Die Bahn soll schneller, effizienter und kundenfreundlicher werden. Das ist gut so. Es wird aber kaum etwas daran ändern, dass das Unternehmen ein vergleichsweise teures Verkehrsmittel ist und bleiben wird. Die Kunden spüren das vor allem im Fernverkehr. Wer von Berlin nach München mit dem ICE reist, zahlt mit der Bahncard 50 knapp 70 Euro. Mit dem Fernbus kostet das zwischen 20 und 40 Euro. Menschen, die aufs Geld schauen müssen, steigen deshalb hier ein. Viel zu spät haben die Bahn-Manager kapiert, welche starke Konkurrenz hier über die Autobahnen fährt.

Dieser Wettbewerb ist allerdings nicht fair. Die umweltfreundliche Bahn muss für die Nutzung der Schienen Geld bezahlen. Die Fernbusse mit ihren klimaschädlichen Abgasen können die Straßen ohne Maut benutzen. Grubes 180-Grad-Wende wird im Fernverkehr deshalb nur zum Erfolg, wenn ihm die Bundesregierung zur Hilfe kommt und gleiche Rahmenbedingungen für den Wettbewerb schafft.

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Vier Vorstände gefeuert, erschreckende Halbjahresbilanz und zu wenig Durchsetzungskraft gegenüber der Konkurrenz. Der Bahn-Konzern muss sich umstellen. Doch wie?   Diskutieren Sie mit uns.