Deutsche Bahn Bahn verspricht kostenloses Wlan und störungsfreies Telefonieren

Anfang 2017 soll auch die 2. Klasse kostenlos in allen ICEs surfen können - allerdings nicht mit unegrenztem Volumen.

(Foto: dpa)
  • Bahnchef Rüdiger Grube verspricht, dass Zugreisende 2018 ohne Unterbrechungen im ICE telefonieren können.
  • Neue Repeater sollen die Verbindungsqualität deutlich verbessern.
  • Bis zum 1. Januar 2017 soll auch die 2. Klasse flächendeckend kostenloses Wlan erhalten.
  • Es gelten allerdings Volumenbeschränkungen - für Netflix dürfte die Datenmenge eher nicht reichen.

Bahnreisende sollen sich im ICE bald nicht mehr über abgebrochene Telefonate ärgern müssen - das verspricht zumindest Rüdiger Grube. "2018 wird die Telefonie kein Problem mehr sein", sagte der Vorstandschef der Deutschen Bahn der dpa. Der erste Satz eines Telefonats laute derzeit häufig: "Hallo, ich bin im Zug. Wenn die Leitung zusammenbricht, rufe ich zurück". Im 21. Jahrhundert, im Zeitalter der Kommunikation und Digitalisierung, dürfe das nicht mehr sein.

Bis Ende 2017 sollen die meisten Züge mit neuen Repeatern ausgerüstet werden, die Mobilfunksignale verstärken. Das ist notwendig, da die Karosserie der Züge kaum Signale der Netzanbieter durchlässt. Die aktuell eingesetzte Repeater-Generation ist für den veralteten Mobilfunkstandard GSM ausgelegt. Die neuen Geräte sollen auch UMTS- und LTE-Signale übertragen.

"In den Zügen, die wir jetzt umgerüstet haben, ist es um den Faktor zehn besser geworden", sagte Grube. "Die Leitungen sind stabil. Auch wenn Sie mit 250 km/h durch einen Tunnel oder durch dünn besiedelte Gegenden fahren - vorausgesetzt die Mobilfunkabdeckung stimmt." Die Netzabdeckung wiederum ist Sache der Provider, die ebenfalls an Verbesserungen arbeiten.

"Wlan im Zug ist so wichtig wie die Toilette"

Grube versprach erneut, zum Jahreswechsel auch die zweite Klasse im ICE mit kostenlosem Wlan auszustatten. "Wir werden am 1. Januar 2017 in allen ICE-Zügen Wlan haben und zwar in einer deutlich besseren Qualität." Den Bahnkunden steht allerdings kein unbegrenztes Datenvolumen zur Verfügung. Ab einer bestimmten Grenze wird die Geschwindigkeit gedrosselt; wer danach schnell weitersurfen will, muss zahlen. Genaue Volumengrenzen oder Kosten nannte Grube nicht und versicherte lediglich, dass die Datenmenge für "das übliche Arbeiten und Kommunizieren" ausreichen werde.

Das klingt nicht so, als könnten Bahnreisende in Zukunft längere Videos streamen. Dazu dürfte das Volumen kaum reichen - zumal dafür auch wirklich stabile, schnelle und flächendecke Netzabdeckung nötig wäre. Immerhin sollen Fahrgäste von Februar an über das ICE-Portal auf Angebote der Online-Videothek Maxdome zugreifen können. Die Filme und Serien sollen kostenlos verfügbar sein und das Datenkontingent der Kunden nicht belasten, da sie auf einem lokalen Server im Zug gespeichert werden.

Um Wlan auch in Regionalzüge zu bringen, müssen sich die jeweiligen Bundesländer oder die regionalen Verkehrsverbünde beteiligen. Gemeinsam mit diesen beiden Parteien arbeite die Bahn daran, Wlan "baldmöglichst" auch in Regionalzügen anbieten zu können, sagte Grube. "Wlan im Zug ist für viele Kunden mittlerweile so wichtig wie die Toilette."

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