Taiwan, die Heimat des weltgrößten Chip-Auftragsfertigers TSMC, kann sich wegen des Booms bei Künstlicher Intelligenz (KI) vor Exportaufträgen kaum retten. Die Bestellungen aus dem Ausland stiegen im September um 30,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat auf 70,22 Milliarden Dollar. Das teilte das Wirtschaftsministerium am Dienstag in Taipeh mit. Damit wurden die Erwartungen von Analysten weit übertroffen. Diese hatten im Schnitt mit einem Plus von 17,8 Prozent gerechnet. Das ist bereits der achte Monat in Folge mit einem Zuwachs.
Dies gelang trotz der von US-Präsident Donald Trump verhängten Zölle von 20 Prozent auf taiwanische Waren. Die Auftragsbücher der Unternehmen aus Taiwan gelten als wichtiger Frühindikator für die weltweite Nachfrage nach Technologie.
Angetrieben wurde das Wachstum vor allem durch den steigenden Bedarf an Elektronikprodukten. Dieser legte um 45,9 Prozent zu. Bei Telekommunikationsausrüstung fiel das Plus mit 33,1 Prozent ebenfalls kräftig aus. Das Ministerium erklärte, neue Anwendungen wie KI und Hochleistungsrechner stützten diese Dynamik. Die taiwanische Regierung bezeichnet die US-Zölle als „vorübergehend“ und verhandelt weiter über günstigere Sätze.
Für das Gesamtjahr rechnet das Ministerium mit einem Rekordwert bei den Auftragseingängen. Im September kletterten die Bestellungen aus den USA um 40,2 Prozent nach oben, während die aus der Volksrepublik China um 11,6 Prozent zunahmen. Die Aufträge aus Europa stiegen um 16,9 Prozent, die aus Japan um 22,8 Prozent. Im laufenden Jahr soll das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 4,45 Prozent zulegen, wie die Statistikbehörde mitteilte. Im Mai hatte sie nur ein Wachstum von 3,1 Prozent vorhergesagt.
