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Fluggesellschaften in der Krise:Delta schreibt Rekordverlust

Einer der derzeit wenigen Passagiere bei Delta - mit Schutzmaske.

(Foto: John Minchillo/AP)

Ein frühes Zeichen, wie schlimm es der ganzen Branche geht: Die große US-Fluggesellschaft rutscht fast 16 Milliarden Dollar ins Minus.

Von Jens Flottau, Frankfurt

Delta Airlines hat für das Jahr 2020 einen Rekordverlust von 15,6 Milliarden Dollar ausgewiesen. Das Defizit der Fluggesellschaft war damit fast so groß wie der Umsatz, der bei nur noch 17 Milliarden Dollar lag und damit um fast zwei Drittel gegenüber dem Jahr 2019 eingebrochen war. Delta-Chef Ed Bastian glaubt dennoch, dass das Schlimmste nun überstanden ist. 2021 werde "ein Jahr der Erholung" sein.

Delta ist eine der ersten großen Fluggesellschaften weltweit, die die Finanzergebnisse des vergangenen Jahres veröffentlicht haben. Sie machen deutlich, wie enorm die Corona-Pandemie die Branche erschüttert hat. Zeitweise konnten die Airlines im vergangenen Jahr fast überhaupt nicht mehr fliegen. Auf eine kurzzeitige Erholung im Sommer folgte ein enttäuschender Herbst und ein noch viel schlimmerer Winter.

Die anderen amerikanischen Fluggesellschaften werden in den kommenden Wochen ähnlich schlechte Zahlen präsentieren. Obwohl die Ergebnisse so dramatisch sind, geht es den US-Airlines dank sehr großzügiger Staatshilfen noch einigermaßen gut. Ein mittlerweile bis Ende März verlängertes Rettungspaket hat bislang die größten Härten verhindert, auch bereits entlassene oder zeitweise freigestellte Mitarbeiter mussten die Unternehmen als Bedingung für die Zuschüsse wieder zurückholen.

Allerdings ist es fraglich, ob sich Massenentlassungen auf Dauer verhindern lassen. Denn noch immer läuft zwar der amerikanische Inlandsmarkt auf niedrigem Niveau - etwa 40 Prozent im Vergleich zur Zeit vor der Krise - einigermaßen stabil, aber internationaler Verkehr findet wegen der weit verbreiteten Reisebeschränkungen so gut wie gar nicht statt. Die US-Regierung hat zudem angekündigt, künftig nur noch Passagiere ins Land zu lassen, die einen negativen Covid-19-Test vorweisen können.

Delta musste im vergangenen Jahr alleine 6,6 Milliarden Dollar aufwenden, um auf die Corona-Pandemie zu reagieren. Delta-President Glen Hauenstein glaubt aber, dass sich die Lage nun bessern wird. "Wir sehen drei Phasen", so Hauenstein. "Das Frühjahr wird von einer wechselhaften Erholung der Nachfrage und niedrigen Buchungen geprägt sein. Dann wird es einen Wendepunkt geben und schließlich einer nachhaltigen Erholung, wenn Impfungen flächendeckend zur Verfügung stehen und Büros wieder öffnen."

© SZ
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