Delivery HeroAbschied aus Deutschland

Lesezeit: 1 Min.

Die Fahrradkuriere von Unternehmen wie Delivery Hero und Deliveroo sind in vielen deutschen Großstädten mittlerweile allgegenwärtig.
Die Fahrradkuriere von Unternehmen wie Delivery Hero und Deliveroo sind in vielen deutschen Großstädten mittlerweile allgegenwärtig.
Gregor Fischer/dpa

Delivery Hero verkauft die Lieferdienste Foodora, Pizza.de und Lieferheld.

Von Jan Schmidbauer, München

SZ bei Google bevorzugen

- Ob Hamburg, München oder Berlin: In vielen deutschen Städten gehören die radelnden Lieferdienst-Kuriere für Pizza, Pasta, Thai-Curry und andere Spezialitäten inzwischen so selbstverständlich zum Stadtbild wie die Tauben in der Fußgängerzone. Unternehmen wie Delivery Hero haben es geschafft, das Bestellen beim Lieferservice noch bequemer und damit bei den Kunden beliebter zu machen.

Doch nun verabschiedet sich der Marktführer aus Berlin von seinem Geschäft in Deutschland: Delivery Hero verkauft seine Tochter-Firmen Lieferheld, Pizza.de und Foodora an den niederländischen Konkurrenten Takeaway.com, der hierzulande vor allem durch seine Tochter Lieferando bekannt ist. Das gaben die beiden Unternehmen am Freitag bekannt. Sie wollen den Deal voraussichtlich in der ersten Jahreshälfte 2019 abschließen. Die Takeaway-Aktionäre müssen noch zustimmen.

Delivery Hero soll für den Verkauf seines Deutschland-Geschäfts insgesamt 930 Millionen Euro erhalten. 508 Millionen Euro davon fließen in bar an das Berliner Unternehmen. Die restlichen 422 Millionen Euro erhält Delivery Hero in Form von 9,5 Millionen Aktien des Konkurrenten. Mit einem Anteil von danach rund 18 Prozent würde Delivery damit zu einem der größten Anteilseigner der Niederländer werden.

An der Börse wurde die Übereinkunft der beiden Unternehmen sehr euphorisch aufgenommen. Die Papiere von Delivery Hero stiegen zeitweise um mehr als 25 Prozent und waren damit stärkster Titel im M-Dax, später pendelte sich der Zugewinn bei rund zehn Prozent ein. Die Aktien von Takeaway.com legten noch deutlicher zu, zwischenzeitlich gewannen sie mehr als 32 Prozent an Wert.

Das Geschäft dürfte vor allem strategische Gründe haben. Fachleute gehen davon aus, dass Takeaway.com durch den Zukauf zum dominierenden Unternehmen im deutschen Lieferdienst-Geschäft wird und nicht nur den Umsatz steigern, sondern das Liefergeschäft auch profitabler erledigen wird als bislang. Ziel sei es, alle Plattformen zusammenzuführen, sagte ein Sprecher aus Amsterdam am Freitag. Langfristig sollen Kunden nur noch über das Portal Lieferando bestellen, das bereits zu Takeaway.com gehört.

Delivery Hero, das bereits in etwa 40 Ländern aktiv ist, will sich künftig noch stärker auf sein Auslandsgeschäft konzentrieren. Die Transaktion verbessere die Position des Unternehmens, sagte Firmenchef Niklas Östberg. Trotz des Verkaufs des Deutschland-Geschäfts rechnet Delivery Hero damit, dass die Umsatzziele für das kommende Jahr übertroffen werden. Um weiter zu wachsen, will das Unternehmen etwa die Hälfte des Barerlöses aus dem Geschäft mit Takeaway.com investieren.

© SZ vom 22.12.2018 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: