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DB Energie AG:Hohes Auftragsvolumen birgt Korruptionsgefahr

Die Deutsche Bahn wiederum sagt, was sie in solchen Fällen immer sagt und macht: Man kooperiere mit den Ermittlungsbehörden und sei "in höchstem Maße" an der Aufklärung der Vorwürfe interessiert. Für die Bahn sind solche Verdachtsfälle nichts Neues. Das Staatsunternehmen kauft Jahr für Jahr für rund 20 Milliarden Euro Waren und Dienstleistungen ein, im In- und Ausland. Das reicht vom Toilettenpapier über Gleise und Schotter, bis hin zu Loks und Zügen. Und natürlich die viele Energie, die für den Betrieb notwendig ist.

Allein die Baumaßnahmen summieren sich jährlich auf fünf bis sechs Milliarden Euro. Unternehmen mit einem solch hohen Auftragsvolumen sind besonders anfällig für Korruption. Deshalb hat die Bahn bereits vor einem Jahrzehnt unter dem damaligen Vorstandschef Hartmut Mehdorn dieser Art von Wirtschaftskriminalität den Kampf angesagt und seitdem einige Erfolge erzielt. Das Unternehmen ging Hunderten Hinweisen über Unregelmäßigkeiten nach und schaltete in vielen Fällen die örtlich zuständigen Staatsanwaltschaften ein. Diverse Verfahren endeten mit teils harten Urteilen. Solche Delikte werden mit Geld- oder gar Freiheitsstrafen geahndet.

Darüber hinaus versucht das Staatsunternehmen, der Korruption vorzubeugen. Mit strengen Kontrollen. Und mit Schulungen, in denen beispielsweise erzählt wird, wie das sogenannte "Anfüttern" läuft. Auf diese Weise wird versucht, Beschäftigte, die über die Vergabe von Aufträgen entscheiden, nach und nach zu ködern. Erst mit kleinen und dann mit großen Geschenken. Solche Kontrollen und Schulungen sind mittlerweile in vielen Unternehmen üblich.

Täter in den eigenen Reihen

Die Bahn ist meist Opfer von Korruptionsdelikten. In einem Fall allerdings könnten Schmiergeldgeber auch in den eigenen Reihen sitzen. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft ermittelt seit langem wegen des Verdachts, die Bahntochter DB International habe in Europa, Afrika und Asien diverse Geschäftspartner geschmiert, um dort Eisenbahnprojekte betreuen zu können.

Mehr als 40 Beschuldigte sind in den Untersuchungsakten inzwischen notiert, eine Ende des Verfahrens ist offenbar noch nicht absehbar. Es geht beispielsweise um Beratungsdienste der DB International bei Hochgeschwindigkeitsstrecken in China. Die Bahn hat längst reagiert und viel Personal bei DB International ausgetauscht.

© SZ vom 26.06.2012/infu

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