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Dax:Quote erfüllt

Der Anteil der Frauen in den Aufsichtsräten der Dax-Konzerne steigt auf mehr als 30 Prozent. In den Vorständen liegt er noch deutlich darunter.

Der durchschnittliche Frauenanteil in den Aufsichtsräten der Dax-Konzerne ist erstmals auf mehr als 30 Prozent gestiegen. Das hat die Organisation Frauen in die Aufsichtsräte (Fidar) errechnet. Allerdings wirkt die vor vier Jahren eingeführte Frauenquote der Erhebung zufolge so gut wie ausschließlich in Unternehmen, die auch an die verbindlichen Vorgaben gebunden sind.

In den 185 im Dax, MDax und SDax sowie der im Regulierten Markt notierten, voll mitbestimmten Unternehmen beträgt der Anteil der Aufseherinnen nun 30,9 Prozent. Das entspricht einer Steigerung um elf Prozentpunkte seit 2015. Im vergangenen Jahr lag er noch bei 28,1 Prozent. Allerdings ist der Wert in den 105 der Quote unterliegenden Firmen mit 33,9 Prozent deutlich höher als in Firmen, die diesbezüglich keine Vorgaben haben: Dort liegt der Anteil noch immer bei 21,6 Prozent.

Hinzu kommt, dass in den Vorständen der untersuchten Unternehmen der Anteil der Frauen nach wie vor viel geringer ist: Seit 2015 stieg er demnach nur um 4,2 Prozentpunkte auf gerade einmal 9,2 Prozent. Bei den "Quotenunternehmen" seien es 9,6 Prozent, bei denen ohne Quote 8,5 Prozent. Eine Vorstandschefin gab es in einem Dax-Unternehmen sogar noch nie. Der Women-on-Board-Index (WoB) untersucht seit 2010 regelmäßig den Frauenanteil in Spitzenpositionen der deutschen Wirtschaft.

Das seit Mai 2015 geltende Gesetz schreibt neben der Quote von 30 Prozent im Aufsichtsrat für die 100 größten börsennotierten und mitbestimmten Unternehmen für etwa 4000 weitere Firmen vor, sich selbst Zielgrößen für den Frauenanteil in Vorstand und anderen Führungsgremien zu geben. Doch nicht immer geschieht das auch. "Noch immer haben 122 der 185 untersuchten Unternehmen keine Frau im Vorstand", teilte Fidar mit. 69 davon planten demnach sogar weiterhin mit der "Zielgröße null" bis 2022.

"Der WoB-Index zeigt deutlich, dass leider nur gesetzlicher Druck zu messbaren Veränderungen führt", sagte Fidar-Präsidentin Monika Schulz-Strelow. "Zu viele Unternehmen scheinen die Zielgrößen weiterhin nicht ernst zu nehmen und planen keine oder nur geringe Erhöhungen." Wer mehr Chancengleichheit in Führungsetagen erreichen wolle, müsse die Quote folglich auf die Aufsichtsräte der börsennotierten und mitbestimmten Unternehmen ausweiten.

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