An den Finanzmärkten hat sich am Freitag Nervosität breitgemacht. Der Deutsche Aktienindex (Dax) büßte gleich zum Handelsstart am Morgen rund zwei Prozent ein. Anlass waren die Probleme von zwei US-Regionalbanken, die diese am Vortag veröffentlicht hatten. Sie ließen die Aktienindizes in den USA zum Börsenschluss hin um rund ein Prozent fallen. Der japanische Nikkei-Index verlor am Freitag früh ebenfalls 1,4 Prozent.
Die Anleger reagierten deshalb so empfindlich auf die Nachrichten, weil sie Erinnerungen an den März 2023 wachriefen, als mehrere US-Regionalbanken wegen der steigenden Zinsen in Not gerieten. Am Ende musste die US-Notenbank Fed eingreifen, um Pleiten zu verhindern. Die Ansteckungsgefahr erfasste auch das europäische Bankensystem. Die schon angeschlagene Schweizer Großbank Credit Suisse musste am Ende von der Konkurrentin UBS aufgefangen werden, weil Investoren immer mehr Geld abzogen. „Die Angst vor einer neuen Krise ist zurück. Und mit den Problemen der beiden Regionalbanken in den USA ist ein neuer potenzieller Krisenauslöser dazugekommen“, schrieb Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners. Dies habe das Sentiment der Investoren am Donnerstag „vollständig zum Kippen gebracht“.
Die Aktien der US-Regionalbank Zions brachen an der Wall Street um 13 Prozent ein. Das Institut, das im Bundesstaat Utah ansässig ist, hatte gemeldet, dass bei ihm im dritten Quartal 2025 ein Verlust von 50 Millionen Dollar (43 Millionen Euro) anfiel. Grund waren zwei ausgefallene Großkredite. Die Aktie einer anderen Regionalbank, Western Alliance aus Arizona, verlor elf Prozent. Sie hatte eine Klage wegen mutmaßlichen Betrugs gegen den Kreditnehmer Cantor Group V eingereicht.
Entsprechend gehörten Finanzwerte zu den größten Verlierern im Dax. Die Aktie der Deutschen Bank stand gegen Mittag mit sieben Prozent im Minus, jene der Commerzbank mit vier Prozent. Unter Druck gerieten auch die Aktien der Rüstungsunternehmen: Rheinmetall, Hensoldt und Renk büßten zwischen vier und fünf Prozent ein. Dafür gab es aber einen anderen Grund: US-Präsident Donald Trump will sich erneut mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin zu Beratungen über eine Beendigung des Kriegs in der Ukraine treffen.
Am Nachmittag wies der Dax noch einen Verlust von 1,5 Prozent aus. Die Lage beruhigte sich etwas, weil an der Wall Street negative Reaktionen ausblieben. Experten zeigten sich gelassen: Die ähnliche Entwicklung vor zwei Jahren sei schließlich relativ schnell gestoppt worden, sagte Jürgen Molnar vom Broker RoboMarkets. Und die Größe der faulen Kredite dürfte keine Risiken für das Gesamtsystem bedeuten, meinte Kyle Rodda von Capital.com.
