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Das Unternehmen Adidas:Erfolgsgeschichte mit drei Streifen

Nachdem Adidas im Mai die Trennung vom schwächelnden Wintersportspezialisten Salomon bekannt gegeben hatte, übernimmt der Sportartikelhersteller nun den US-Rivalen Reebok. Ein Überblick über die Geschichte und die aktuelle Lage des Unternehmens.

Mit 20 Jahren fertigte Adolf "Adi" Dassler 1920 seinen ersten Sportschuh aus Leinen. Schon acht Jahre später trugen Athleten bei den Olympischen Spielen in Amsterdam seine Modelle.

Drei Streifen dpa

Die drei Streifen sind das Markenzeichen von Adidas.

(Foto: Foto: dpa)

Nach dem Zweiten Weltkrieg startete Dassler mit 47 Mitarbeitern neu. Aus seinem Vor- und Zunamen entstand 1948 der Firmenname Adidas. Ein Jahr später meldete Dassler die drei Streifen als Markenzeichen an.

Bald fertigte das Unternehmen Schuhe für nahezu jede Sportart, ab Ende der 60er Jahre auch Trainingskleidung.

Nach dem Tod des Firmengründers übernahmen seine Frau Käthe und sein Sohn Horst 1978 die Firma. 1989 wurde Adidas in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, blieb aber bis zum Börsengang 1995 im Familienbesitz. Nach einer Flaute Anfang der 90er verhalfen danach Stars wie Madonna oder David Beckham den drei Streifen zum Comeback.

1997 übernahm Adidas den französischen Wintersportausrüster Salomon mit seinen Golf- und Radsport-Töchtern für rund 1,2 Milliarden Euro und stieg so zur weltweiten Nummer zwei auf. Ein Jahr später wurde das Unternehmen in den Deutschen Aktienindex (DAX) aufgenommen.

Im Jahr 2004 sehr erfolgreich

Adidas-Salomon setzte im vergangenen Jahr 6,5 Milliarden Euro um und schrieb mit 314 Millionen Euro den höchsten Gewinn seiner Geschichte.

Salomon steuerte rund zehn Prozent des Umsatzes bei, die Gewinne bei der französischen Tochter blieben jedoch unbefriedigend. Im Mai verkaufte Adidas die Wintersportsparte für 485 Millionen Euro an die finnische Amer Sports, und kündigte an, sich auf die Bereiche Sportschuhe und Bekleidung sowie auf die wachsende Golfkategorie konzentrieren zu wollen.

In diese Strategie passt die Übernahme von Reebok perfekt. Das US-Unternehmen ist besonders stark auf seinem Heimatmarkt in Sportarten wie American Football und Basketball.

Bald wieder Umbenennung in Adidas AG

In Nordamerika wird rund die Hälfte des weltweiten Sportartikelgeschäfts getätigt: Zusammen mit Reebok will Adidas-Salomon daran stärker teilhaben und hofft auf eine Verdoppelung seiner Verkäufe auf dem Markt. Im vergangenen Jahr erzielte die neue Gruppe pro Forma einen Umsatz von 8,9 Milliarden Euro.

Neben dem Stammsitz im bayerischen Herzogenaurach hat Adidas-Salomon ein weiteres Zentrum in Portland im US-Bundesstaat Oregon. Im kommenden Jahr soll das Unternehmen wieder in Adidas AG umbenannt werden. Reebok soll wie bisher von seinem Hauptquartier in Canton im US-Bundesstaat Massachusetts geführt werden.

© sueddeutsche.de/AFP
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