Daimler-Chef Dieter Zetsche:Drastische Einsparungen sollen Milliardengewinne bringen

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Die große Portfoliofrage: In diesem und im nächsten Jahr könnten neue Fahrzeuge die Lage verbessern. Eine neue S-Klasse, die E-Klasse, eine erweiterte A-Klasse - Zetsche ist optimistisch. Er hat ein ehrgeiziges Ziel ausgegeben: Bis 2020 soll Mercedes wieder die weltweit führende Premiummarke sein. Der Stern, von dem viele sagen, er glänze nicht mehr, sei verrostet oder sogar längst untergegangen, soll wieder strahlen. Nur: Wird er es schaffen, obwohl der Abstand zu den anderen beiden immer größer wird?

An diesem Donnerstag, dem Tag der Bilanzpressekonferenz von Daimler, wird Zetsche auf der großen Bühne stehen. Es geht um die Zahlen seines Unternehmens. Und um die Frage, wie es weitergehen soll. "Fit for leadership" heißt das neue Sparprogramm, das der Manager in den nächsten Monaten durch seinen Konzern peitschen will. Drastische Einsparungen sind geplant, der Gewinn soll so um Milliarden steigen.

Man könnte mit dem Daimler-Chef zurzeit also über vieles reden. Über die Frage, woher er seinen Optimismus nimmt. Warum er die Dividende für seine Aktionäre stabil halten will, obwohl der Autobauer im vergangenen Herbst eine Gewinnwarnung herausgegeben hatte. Über die Verlängerung seines Chef-Vertrages bis 2018, klar. Über A-Klasse und S-Klasse und natürlich über die Frage, warum die Schwaben 640 Millionen Euro ausgeben, um sich Aktien ihres chinesischen Partners BAIC zu kaufen - obwohl es doch sonst immer die Chinesen sind, die sich Anteile an westlichen Firmen holen.

Neue Rolle mit Désirée Nosbusch

Und doch ist in diesen Tagen in den Medien wieder mal viel von Zetsche die Rede. Und weniger von Autos. Der Grund dafür: eine Frau. Eine bekannte Frau sogar. TV-Star Désirée Nosbusch, 48, und der Daimler-Mann seien "frisch verliebt", schrieb Bild vor ein paar Tagen. Nächtliche Verabredungen im Berliner Restaurant "Borchardt", Umarmungen und Küsse zur Begrüßung. "Nur sprechen wollen beide nicht über ihre Gefühle", schreibt die Zeitung. Warum, möchte man fragen, sollten sie auch?

Deutsche Topmanager und Frauen, die man aus dem Fernsehen kennt - das hat es zuletzt immer wieder gegeben. Linde-Chef Wolfgang Reitzle ist so einer, 2001 heiratete er die Fernsehmoderatorin Nina Ruge. Der scheidende Telekom-Chef René Obermann, der mit der Fernsehmoderatorin Maybrit Illner liiert ist, ein anderer. Die Namen Reitzle und Ruge oder Obermann und Illner, sie fallen oft zusammen. Auch bei Zetsche wird man sich wohl daran gewöhnen müssen: Dass der Name des Managers künftig nun häufiger in einer Zeile mit dem der hübschen Fernsehfrau auftaucht.

Für den Mann, der seit einigen Jahren verwitwet ist, dürfte dies eine neue Rolle sein. Schon wieder eine neue Rolle, nach der des Chrysler-Sanierers Dr. Z und des Daimler-Bosses Zetsche. Eine Rolle mit jenem Glamour vielleicht, der den Autos des Konzerns zurzeit noch etwas abgeht.

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