Matthew Stein lächelt, als seine Tarnung auffliegt. Es ist ein grauer Tag im Mai in New York, Stein hat gerade seine leichte blaue Daunenjacke übergestreift und sein Haus in der Upper East Side verlassen, da spricht ihn ein Reporter aus Kopenhagen an. Er habe da ein paar Fragen, sagt er, wegen eines mutmaßlichen Steuerschwindels in Dänemark. Wegen der Milliarden dänischer Kronen, die Stein und seine Komplizen dem dänischen Staat gestohlen haben sollen, über mehrere Jahre hinweg, versteckt hinter einem ausgefeilten System. Ob ihm klar denn sei, wie viel Geld das sei für die Gesellschaft in einem so kleinen Land wie Dänemark? "Ich kommentiere das nicht", sagt Stein, nicht mehr lächelnd, bevor er mit großen Schritten wieder in seinem Haus verschwindet.
Kriminalität:Wie Investoren im großen Stil Staaten betrogen haben sollen
Dänische Banknoten: Das kleine Land wurde offenbar Opfer von dubiosen Aktiendeals.
(Foto: REUTERS)- Ermittler in Deutschland, Dänemark und Belgien sind überzeugt, dass eine Mini-Bank in Mainz tief in einen der größten Steuerskandale der Geschichte verwickelt ist.
- Umgerechnet fast 1,7 Milliarden Euro hat die oberste Steuerbehörde des Landes innerhalb von drei Jahren an mutmaßliche Betrüger ausbezahlt.
- Gemessen an der Wirtschaftsleistung Deutschlands wären das hierzulande mehr als 19 Milliarden Euro.
Von Jan Willmroth
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