Credit Suisse:Konzern soll hohe Entschädigung zahlen

Die Credit Suisse steht nach einer Prozess-Niederlage auf den Bermudas vor hohen Entschädigungszahlungen. Ein Gericht entschied am Dienstag, dass dem ehemaligen georgischen Premierminister Bidzina Iwanischwili und seiner Familie von einer lokalen Lebensversicherungstochter der Schweizer Großbank Schadenersatz in Höhe von "deutlich über 500 Millionen Dollar" zustehe. Iwanischwili habe wegen langjährigen Betrugs durch einen ehemaligen Kundenberater der Credit Suisse darauf Anspruch. Eine genaue Summe wurde zunächst nicht genannt.

Die Bank erklärte, die betroffene Tochter Credit Suisse Life Bermuda wolle gegen das Urteil Berufung einlegen. Zwar wurde in der Vergangenheit bereits für den Fall vorgesorgt, weitere Rückstellungen seien aber denkbar.

CS Life Bermuda habe keine oder nur unzureichende Maßnahmen ergriffen, um die betrügerische Misswirtschaft des Kundenberaters zu verhindern, weil sie den Einnahmen, die er für die Credit Suisse erzielte, Vorrang vor den Interessen ihrer Kunden einräumte, so das Gericht. Der Berater wurde bereits 2018 von einem Genfer Gericht wegen Betrugs, Fälschung und kriminellen Missmanagements zu fünf Jahren Haft und zur Zahlung von Schadenersatz in Höhe von rund 130 Millionen Dollar verurteilt.

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