Banken:Credit Suisse mit hohem Quartalsverlust

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Banken: Die Schweizer Großbank Credit Suisse kommt nicht zur Ruhe. Am Jahresende war der Verlust höher als erwartet.

Die Schweizer Großbank Credit Suisse kommt nicht zur Ruhe. Am Jahresende war der Verlust höher als erwartet.

(Foto: Sebastian Bozon/AFP)

Die Bank muss 500 Millionen Franken für Rechtsstreitigkeiten zurückstellen. Die Aktien rutschen weiter ab.

Die von Affären und Führungsproblemen geplagte Großbank Credit Suisse kommt nicht zur Ruhe. Kosten für juristische Auseinandersetzungen drückten die zweitgrößte Schweizer Bank im Schlussquartal 2021 tiefer in die roten Zahlen als bislang in Aussicht gestellt. Das Institut gab am Dienstag eine neue Rückstellung in Höhe von 500 Millionen Franken für Rechtsstreitigkeiten bekannt. Bereits im November hatte die Credit Suisse gewarnt, dass wegen einer Wertberichtigung von rund 1,6 Milliarden Franken auf die Investmentbank im Zeitraum Oktober bis Dezember unter dem Strich ein Verlust droht.

Etwas abgemildert wurde der Verlust durch Immobilienverkäufe, die 225 Millionen Franken hereinspülten. Vor Steuern und unter Ausschluss der Wertberichtigung rechnet die Bank im vierten Quartal in etwa mit einem ausgeglichenen Ergebnis. Die Investmentbank habe einen Verlust geschrieben, erklärte die Credit Suisse. In der Vermögensverwaltung kam es zu einem leichten Geldabfluss, was jedoch durch Neugeldzuflüsse im Asset Management mehr als ausgeglichen wurde.

Sowohl in der Vermögensverwaltung als auch im Investmentbanking seien die Handelserträge zurückgegangen. Die Bank begründete das einerseits mit der üblichen saisonalen Abschwächung und andererseits mit einer Abkühlung des Handelsbooms in den Jahren 2020 und 2021. Auch US-Großbanken hatten zuletzt darauf hingewiesen, dass der enorme Anstieg der Handelsvolumen während der Corona-Pandemie, der den Banken hohe Gebühreneinnahmen bescherte, allmählich nachlasse.

Bei den Anlegern kamen die neuen Nachrichten schlecht an: Die Aktien der Credit Suisse gaben nach. Die Bank war 2021 mit 22 Prozent Wertverlust der größte Verlierer unter den Schweizer Standardwerten und hat auch dieses Jahr schon fast acht Prozent an Börsenwert verloren. "Das Aufräumen von Altlasten aus dem Investment Banking droht schon fast zur unendlichen Geschichte zu werden", erklärte ZKB-Analyst Michael Kunz. Er hatte bislang lediglich 693 Millionen Franken Vorsteuerverlust veranschlagt. Sein Kollege Andreas Venditti von der Bank Vontobel erklärte, das Vorsteuerergebnis falle rund 600 Millionen Franken schlechter aus als von ihm erwartet. Die Rückgänge der Transaktions- und Handelserträge dürften größer sein als bislang angenommen.

Das Institut kämpft mit den Nachwirkungen der milliardenschweren Fehlschläge mit dem Hedgefonds Archegos und den Greensill-Fonds. Vergangene Woche trat nach nur acht Monaten im Amt Verwaltungsratspräsident Antonio Horta-Osorio wegen Verstößen gegen Quarantäne-Regeln zurück. Sein Nachfolger Axel Lehmann will nun wieder Ruhe in die Bank bringen. Die Bank will den ausführlichen Jahresabschluss am 10. Februar veröffentlichen.

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