Potsdam/Cottbus (dpa/bb) - Die Wirtschaftskammern in Brandenburg sehen den neuen Flughafen Berlin Brandenburg (BER) trotz Verzögerung beim Bau als Wachstumstreiber für die Region - fordern aber Nachbesserungen bei der Verkehrsanbindung. Für die Rückkehr zu den ursprünglichen Fluggastzahlen gebe es klaren Handlungsbedarf, erklärte Peter Kopf, Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft der Brandenburger Industrie- und Handelskammern am Samstag. Die Ausrichtung auf den öffentlichen Nahverkehr mit geplanten 70 Prozent der Passagiere und auch Arbeitnehmer sei im internationalen Vergleich richtungsweisend. Um diese Zahlen zu erreichen, müsse aber nachgebessert werden.
Viele Brandenburger Reisende erreichten den BER mit der Bahn nur mit mindestens einem Umstieg, sagte Kopf. Zudem müssten mehr attraktive Buslinien geschaffen werden, die die Menschen aus dem Umland schnell zum Flughafen bringen. Auch die Fernverkehrsverbindungen müssten laut Kopf weiter ausgebaut werden, damit der BER aus anderen Regionen mit Fernbuslinien und schnellen ICE- und IC-Zügen erreichbar wird. „Das jetzt offene Zeitfenster muss effektiv für die weiteren baulichen Planungen genutzt werden, um die bekannten Engpässe bei der Verkehrsinfrastruktur im Flughafenumfeld zu beseitigen.“
So könnten etwa mit einem ICE-Zubringer auch mehr Flugverbindungen auf der Langstrecke gewonnen werden, hieß es von den Wirtschaftskammern. Einer Studie der Kammern Berlin und Brandenburg zufolge sei der Bedarf an mehr internationalen Direkt- und Langstreckenverbindungen vor allem in den asiatischen Raum da. Fast drei Viertel der Berliner und Brandenburger Geschäftsleute hatten sich in der Befragung unzufrieden mit dem außereuropäischen Geschäftsreiseangebot gezeigt.
