bedeckt München 16°

Corona-Krise:Frauen tragen das Land, aber wer trägt die Frauen?

Plan W Bilder

Mit ihren Jobs als Altenpflegerinnen, Erzieherinnen und Supermarkt-Kassiererinnen sind Frauen nicht nur systemrelevant: Sie sind das System.

(Foto: Golden Cosmos)

Spätestens seit Ausbruch der Corona-Pandemie wissen alle: Frauen halten das Land am Laufen. Warum sind sie aber die Verliererinnen, wenn es um gute Bezahlung und angemessene Arbeitsbedingungen geht? Über die Wurzel des Problems.

Von Lea Hampel und Nakissa Salavati

Vor einigen Wochen hat Sabrina Kirchner Essen in der Metzgerei bestellt. Als die Lieferboxen ankamen, hieß es: "Die Rechnung geht auf uns, als Dankeschön, dass Sie hier die Stellung halten." Jemand hatte der Metzgerei Geld für diesen Zweck gespendet. Solche Erlebnisse hat Kirchner neuerdings öfter. An einem Aprilsamstag brachte die Freiwillige Feuerwehr Blumen und Geschenkkörbe voller Kaffee, Obst und Schokolade vom Sindelfinger Oberbürgermeister. Angehörige von Menschen, die sie vor Jahren betreut hat, schicken Postkarten. "Die wünschen Glück und schreiben, wir sollen durchhalten", sagt sie. So etwas ist Kirchner nicht gewohnt. An ihrem ersten Weihnachten als Altenpflegerin saß sie in ihrem Zimmer in Heilbronn auf einer Luftmatratze, in der Hand eine "5-Minuten-Terrine". Es war das Jahr 2003, Kirchner 19 Jahre alt, und außer ihrer Mama, Hunderte Kilometer entfernt in Thüringen, interessierte sich niemand dafür, ob sie die harte Ausbildung und den ebenso harten Berufsalltag durchhalten wird. Plötzlich interessiert sich das ganze Land dafür.

SZ-Plus-Abonnenten lesen auch:
Ratgeber Fahrrad
Ferien in Deutschland
So wird der Fahrradurlaub perfekt
Karoline Preisler FDP Barth Coronavirus Patientin
Covid-19
"Es ging schnell und heftig zu mit Corona"
Junge 11 Monate wird beim Essen gefüttert feeding a baby BLWX100034 Copyright xblickwinkel McPh
Ernährung
Die ersten 1000 Tage entscheiden
Psychologie
"Wie wir leben, beeinflusst unser Sterben"
Abnehmen mit kleinen Tricks; waage
Gesundheit
Was beim Abnehmen wirklich hilft
Zur SZ-Startseite