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Corona-Krise:Frauen tragen das Land, aber wer trägt die Frauen?

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Mit ihren Jobs als Altenpflegerinnen, Erzieherinnen und Supermarkt-Kassiererinnen sind Frauen nicht nur systemrelevant: Sie sind das System.

(Foto: Golden Cosmos)

Spätestens seit Ausbruch der Corona-Pandemie wissen alle: Frauen halten das Land am Laufen. Warum sind sie aber die Verliererinnen, wenn es um gute Bezahlung und angemessene Arbeitsbedingungen geht? Über die Wurzel des Problems.

Von Lea Hampel und Nakissa Salavati

Vor einigen Wochen hat Sabrina Kirchner Essen in der Metzgerei bestellt. Als die Lieferboxen ankamen, hieß es: "Die Rechnung geht auf uns, als Dankeschön, dass Sie hier die Stellung halten." Jemand hatte der Metzgerei Geld für diesen Zweck gespendet. Solche Erlebnisse hat Kirchner neuerdings öfter. An einem Aprilsamstag brachte die Freiwillige Feuerwehr Blumen und Geschenkkörbe voller Kaffee, Obst und Schokolade vom Sindelfinger Oberbürgermeister. Angehörige von Menschen, die sie vor Jahren betreut hat, schicken Postkarten. "Die wünschen Glück und schreiben, wir sollen durchhalten", sagt sie. So etwas ist Kirchner nicht gewohnt. An ihrem ersten Weihnachten als Altenpflegerin saß sie in ihrem Zimmer in Heilbronn auf einer Luftmatratze, in der Hand eine "5-Minuten-Terrine". Es war das Jahr 2003, Kirchner 19 Jahre alt, und außer ihrer Mama, Hunderte Kilometer entfernt in Thüringen, interessierte sich niemand dafür, ob sie die harte Ausbildung und den ebenso harten Berufsalltag durchhalten wird. Plötzlich interessiert sich das ganze Land dafür.

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