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Coronavirus:Dax bricht um mehr als acht Prozent ein

  • Der Dax ist zur Eröffnung um zwischenzeitlich mehr als acht Prozent eingebrochen.
  • Auch an den asiatischen Börsen sackten die Leitindizes einer nach dem anderen ab.
  • Der Ölpreis brach in der Nacht auf Montag um bis zu 30 Prozent ein.

Die Coronavirus-Krise und der Ölpreis-Konflikt zwischen Saudi-Arabien und Russland lösen Panikverkäufe an der Börse aus. Der Dax fiel zur Eröffnung am Montag zwischenzeitlich um bis zu 8,04 Prozent auf 10 614 Punkte. Nach etwa einer Stunde hatte sich der Index wieder minimal erholt und war nur noch knapp sieben Prozent im Minus. Er steuert jedoch nach wie vor auf den größten Tagesverlust seit mehr als 18 Jahren zu. Investoren suchten vor allem Zuflucht im Gold, dessen Preis über die Marke von 1700 Dollar je Feinunze stieg.

Noch stärker brachen nach der Abriegelung Norditaliens die Kurse an der Mailänder Börse ein: Der Auswahlindex sackte am Montag um zwischenzeitlich bis zu 11,2 Prozent auf ein 14-Monats-Tief von 18 469 Punkten ab. Besonders steil bergab ging es für die italienischen Banken - der Branchenindex verlor zeitweise 13 Prozent und notierte mit 6588 Zählern so tief wie seit Juli 2016 nicht mehr. Auch die Anleihen des hoch verschuldeten Landes flogen in großem Stil aus den Depots.

Die Coronavirus-Krise und ein Einbruch des Ölpreises hatten zum Wochenauftakt bereits den Börsen in Asien schwer zugesetzt. In Tokio stürzte der Nikkei-Index um mehr als 1000 Punkte ab und büßte am Ende des Tages 5,1 Prozent ein. Der Index rutschte damit erstmals seit mehr als einem Jahr unter die psychologisch wichtige Marke von 20 000 Punkten. Investoren flohen scharenweise in sichere Anlagehäfen wie Anleihen und den Yen.

Auch die Börse in Shanghai gab um drei Prozent nach. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen fiel um 3,4 Prozent. In Südkorea brach der Index um 4,2 Prozent ein. "Die Größenordnung des Zusammenbruchs zeigt, dass jede Hoffnung auf eine vorübergehende Atempause vergebens war", sagte ein Experte der australischen Bank Westpac.

Auch am Devisenmarkt flüchteten sich Anleger in vergleichsweise stabile Währungen. Neben dem Euro profitierten der Schweizer Franken und der japanische Yen. Währungen von Ländern, die stark vom Rohöl abhängig sind, gerieten dagegen unter Druck. So fielen die norwegische Krone, der kanadische Dollar aber auch der US-Dollar.

Am Ölmarkt brach nach den gescheiterten Verhandlungen über eine Drosselung der Fördermenge der Ölpreis um 30 Prozent ein und damit so stark ein wie seit fast 30 Jahren nicht mehr.

© SZ.de/vit
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