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G-20-Treffen:Coronavirus belastet die Weltwirtschaft

IMF Managing Director Kristalina Georgieva arrives for a welcome dinner at Saudi Arabia Murabba Palace, during the G20 meeting of finance ministers and central bank governors in Riyadh

IWF-Chefin Kristalina Georgiewa während des G-20-Finanzministertreffens in Riad in Saudi-Arabien.

(Foto: REUTERS)

Weltweit weniger Wachstum: Die Auswirkungen des Coronavirus auf die Weltwirtschaft sind schon spürbar - und es gibt noch schlimmere Szenarien.

Niemand kann sich erinnern, dass es in der Geschichte der G-20-Treffen eine solche Absage gegeben hat wie jetzt beim Finanzministertreffen im saudischen Riad. Die Regierung in Peking verzichtete darauf, eine hochrangige Delegation zu senden - und wollte lieber per Video zu den Beratungen zugeschaltet werden. Der Grund: das Coronavirus. Das Virus und die sich ausbreitende Epidemie waren eines der beherrschenden Themen auf dem turnusmäßigen Treffen der Finanzminister aus den 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländern. Dabei ging es vor allem um die Auswirkungen der Epidemie auf das wirtschaftliche Wachstum.

Und die sind bereits spürbar: IWF-Chefin Kristalina Georgiewa senkte in Riad die gerade erst im Januar 2020 verkündeten Wachstumsprognosen für das laufende Jahr; für China um 0,4 Prozentpunkte auf 5,6 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Und für die Welt um 0,1 Prozentpunkte auf noch 3,2 Prozent des globalen Bruttoinlandprodukts.

Selbst diese Zahlen gelten nur für den Fall, dass China die Epidemie eindämmen und im zweiten Quartal 2020 zur Normalität zurückkehren kann. "Aber wir schauen auch auf noch düstere Szenarien, bei denen die Ausbreitung des Virus länger anhält und die Konsequenzen sich länger hinziehen", sagte Georgiewa.

Messen werden abgesagt, Videokonferenzen als Alternative vorbereitet

Die IWF-Chefin forderte, alle Staaten müssten jetzt zusammenarbeiten. "Eine globale Kooperation ist unabdingbar, um das Virus und seine ökonomischen Konsequenzen einzudämmen, vor allem wenn es sich weiter ausbreitet." Um sich entsprechend vorzubereiten, müsse fragilen Staaten mit schwachen Gesundheitssystemen geholfen werden. Der IWF stehe bereit zu helfen, unter anderem mit den Erfahrungen aus dem Katastrophenmanagement und durch Erleichterungen beim Schuldendienst für die ärmsten Staaten, sagte Georgieva.

Das Virus dämmt weltweit die internationale Reisetätigkeit ein. Es werden Großveranstaltungen wie die Mobilfunkmesse in Barcelona abgesagt, die Automesse in Peking wurde verschoben. Zudem laufen Notfallplanungen an, wie globale Veranstaltungen notfalls auch per Video abgehalten werden könnten - beispielsweise das im April stattfindende Frühjahrstreffen des IWF in Washington.

© SZ
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