Wirtschaftskompetenz in der Corona-Pandemie:Auch mal McKinsey wagen

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Ursula von der Leyen holte als Ministerin Unternehmensberater ins Verteidigungsministerium. (Foto: Olivier Matthys/AP)

Eine Regierung sollte gerade in Krisen auf andere hören - etwa auf Unternehmensberater. Auch wenn Ursula von der Leyen als Verteidigungsministerin damit einst spektakulär scheiterte.

Essay von Karl-Heinz Büschemann

Die Deutschen sind in der Pandemie merkwürdig streng, sogar mit sich selbst. Sie fordern in Umfragen stärkere Einschränkungen im Kampf gegen das Virus, als die Politiker verlangen. Sie urteilen hart über Mitbürger, die Kritik an den Corona-Regeln der Regierung üben. Und sie haben hohe Erwartungen an ihre Regierenden. Sie wünschen sich einen Staat, der in der Pandemie tadellos funktioniert, der gerecht ist und zügig handelt. Aber wehe, es geht etwas schief, was in der Viruskrise andauernd geschieht. Dann hagelt es moralische Vorwürfe über die Dilettanten in Berlin oder in den Bundesländern, die völlig ineffizient handeln, sich widersprüchlich und sprunghaft verhalten, wie es sich ein Unternehmenschef niemals leisten könnte. Eine Firma wäre schnell pleite, wenn sie so ungeschickt geführt würde wie der Staat, ist eine gängige Klagefloskel. Mehr Managementfähigkeiten seien notwendig.

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