Pandemie:Was Ärzte für die Corona-Impfung bekommen

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Pandemie: Eine Ärztin in Heilbronn impft ein Kind.

Eine Ärztin in Heilbronn impft ein Kind.

(Foto: Bernd Weißbrod/dpa)

Im Dezember sind die Impfungen in Arztpraxen und bei Betriebsärzten sprunghaft angestiegen. Ihre Bezahlung ist genau geregelt. Doch ein Geheimnis bleibt.

Von Elisabeth Dostert

Vor dem Coronavirus sind alle gleich - Privatversicherte, gesetzlich Versicherte und Menschen ohne Krankenversicherung. "Kein Impfwilliger muss die Impfung selbst bezahlen", sagt der Pressesprecher des Verbandes der Privaten Krankenversicherungen. "Für ihre Dienste bekommen niedergelassenen Ärzte und Ärztinnen die gleiche Vergütung." Seit April 2021 dürfen sie mitimpfen. Wie viel sie dafür bekommen, das ist detailliert in der Coronavirus-Impfverordnung festgelegt.

Für die erste, zweite und die Auffrischungs-Impfung bekommen die Mediziner in ihren Praxen jeweils 28 Euro. Mit der Änderung der Vorordnung vom 15. November war der Betrag kräftig aufgestockt worden - um acht Euro. Der damals geschäftsführende Gesundheitsminister Jens Spahn wollte damit das Impftempo erhöhen. Für das Impfen an Samstagen, Sonntagen, Feiertagen und am 24. und 31. Dezember gibt es seither 36 Euro pro Piks. Auf eine bessere Vergütung hatte unter anderem die kassenärztliche Bundesvereinigung gedrängt.

Für Hausbesuche gibt es 35 Euro, für jeden "Mitbesuchten" 15 Euro. Impft ein niedergelassener Arzt zum Beispiel in Pflegeheimen, bekommt er also für den ersten Impfling 35 und für alle weiteren jeweils 15 Euro. Auch die reine Beratung wird vergütet und zwar mit zehn Euro. Für die Ausstellung des Impfzertifikats gibt es laut Verordnung - je nach Aufwand - noch einmal zwischen zwei und sechs Euro. Für den Impfstoff selbst sorgt der Bund, die niedergelassenen Ärzte bestellen ihn über die Apotheken. Auch die bekommen dafür Geld. In Deutschland gibt es nach Angaben der kassenärztlichen Bundesvereinigung gut 100 000 Praxen.

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Was eine Dosis Impfstoff kostet, bleibt weiter ein großes Geheimnis. Im Sommer hatte die britische Zeitung Financial Times berichtet, dass Biontech und Pfizer den Preis für eine Dosis von 15,50 auf 19,50 Euro anheben wollten, Moderna von 19 auf 21,50 Euro.

Die Vergütung in den Impfzentren variiert derweil von Bundesland zu Bundesland. In Rheinland-Pfalz gibt es für die Mediziner pro Stunde 140 Euro in Impfzentren, heißt es bei beim Landkreis Mainz-Bingen. Die Vergütung ist frei von Sozialabgaben. In den Impfzentren sei eine "bunte Truppe" unterwegs, junge Ärzte, die gerade ihren Facharzt machen, und solche, die schon in Rente waren.

Im Dezember sind die Impfungen in Arztpraxen und Betriebsärzte nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums sprunghaft angestiegen. Allein in der 50. Kalenderwoche, also vom 13. bis 17. Dezember wurden 8,8 Millionen Dosen ausgeliefert. Davon entfielen 4,8 Millionen auf Biontech (Vorwoche: 0,8) und 3,2 Millionen Dosen auf Moderna (Vorwoche: 3,9). Der Rest kam von Astra Zeneca.

In der Pandemie läuft die Abrechnung ein wenig anders. Auch die Leistungen für Privatpatienten werden über die kassenärztlichen Vereinigungen abgerechnet. Abrechnungen nach der privatärztlichen Gebührenordnung oder auf sonstiger Grundlage seien ausgeschlossen, sagt der PKV-Pressesprecher: "Der Arzt darf vom Geimpften kein Geld verlangen." Dem Verband seien einzelne Fälle gemeldet worden, in denen der Arzt die Rechnung vor Ort begleichen ließ. Zur Zeit werde geprüft, ob es sich dabei um ein Versehen handele. Die kassenärztlichen Vereinigungen holen sich das Geld vom Bundesamt für soziale Sicherung (BAS), das die Ausgaben über den Gesundheitsfonds begleicht. Dieser bekommt seine Ausgaben wiederum vom Bund erstattet.

Für die ärztliche Vergütung fielen beim BAS im zweiten Halbjahr 2021 gut 883 Millionen Euro an (Stand: 15. Dezember). Darin nicht enthalten sind die Kosten für den Impfstoff. Zum Vergleich: Corona-Tests schlugen mit 6,5 Milliarden Euro zu Buche.

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