Nach Corona:Liebling der Deutschen

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´Autogipfel" zur Zukunft der Autoindustrie mit

Viel befahren: Der Verkehr auf der Berliner Stadtautobahn A100 zeichnet sich am Abend als Leuchtspuren ab.

(Foto: Christoph Soeder/dpa)

In Bus und Bahn ist Abstand halten derzeit kaum möglich: Fahren nun alle mit dem eigenen Wagen zur Arbeit?

Von Kevin Gallant und Sophie Scholl

Impfungen und Tests machen sie möglich: Die Rückkehr ins Büro. Doch wie kommt man dorthin? In Bahnen, Bussen und Zügen drängt man sich häufig dicht an dicht. Abstand halten oder Lüften ist oft nicht möglich. Bei schlechtem Herbstwetter ist auch das Fahrrad nicht für jeden eine Alternative. Bleibt also nur das Auto?

Zumindest ist und bleibt es der Liebling der Deutschen. Das geht aus einer Yougov-Umfrage im Auftrag des Versicherers HUK-Coburg hervor. Das Auto erfüllt die Ansprüche als Fortbewegungsmittel von fast drei Viertel der Befragten. Auf den hinteren Plätzen, nach dem Zu-Fuß-Gehen und dem Fahrradfahren, landete der öffentliche Personennahverkehr. Die Bahn nannten 15 Prozent, die Straßenbahn elf Prozent und den Bus zehn Prozent der Befragten als geeignetstes Verkehrsmittel. Grund dafür ist auch die Corona-Krise. Bei 27 Prozent der Befragten haben sich die Einstellung bei der Wahl des Transportmittels verändert - wegen Erfahrungen, die sie während der Pandemie gemacht haben.

Das zeigt auch eine Umfrage des ADAC vom November 2020. Die Hälfte der Befragten gab dort an, dass sie die Gefahr einer Ansteckung mit dem Coronavirus in Bus und Bahn als hoch einschätzen. Überraschend ist das nicht. Seit Monaten wird immer wieder gemahnt, kleinen Räumen mit vielen Menschen fernzubleiben - der Aerosole wegen. Wem der Menschenandrang in Bus und Bahn daher zu viel ist, der fährt mittlerweile daher oft mit dem Fahrrad zur Arbeit.

Das Fahrrad wurde in der Corona-Pandemie immer beliebter. Laut Zweirad-Industrie-Verband verkaufte man 2019 noch 4,3 Millionen Zweiräder, im Jahr 2020 wurde dann die Fünf-Millionen-Marke geknackt. Ein unvorhersehbares Problem lauert dennoch: das Wetter. Das Fahrrad ist zwar immer noch günstiger als das Auto, allerdings ist der durchschnittliche Preis für ein Fahrrad laut Zweirad-Industrie-Verband gestiegen - vor allem wegen der teureren E-Bikes. Wachsende Sharing-Angebote federn das aber ab.

Vermutlich werden nicht mehr Leute mit dem Auto in die Arbeit fahren als ohnehin schon. Alternativen, die vor einer Infektion schützen können, gibt es. Und eine davon kostet übrigens überhaupt kein Geld: den Weg zu Fuß nehmen. Die natürlichste Art der Fortbewegung ist ungefährlicher als Radfahren und umweltschonender als das Auto. Den alltäglichen Ärgernissen wie Staus, Verspätungen oder Zugausfällen lässt sich so wortwörtlich aus dem Weg gehen - sofern die Entfernung zum Arbeitsplatz es zulässt.

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