AutoindustrieContinental will nur noch Reifen machen

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Zurück zum Kerngeschäft: Der scheidende Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) bei einem Besuch im Conti-Werk in Hannover vor zwei Jahren.
Zurück zum Kerngeschäft: Der scheidende Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) bei einem Besuch im Conti-Werk in Hannover vor zwei Jahren. Moritz Frankenberg/dpa

Nach dem Autoteile-Geschäft will der Konzern nun auch die Kunststoff-Sparte abspalten. Conti würde damit deutlich schrumpfen.

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Der Autozulieferer Continental steht vor einer drastischen Schrumpfkur. Nach der bereits geplanten Abspaltung des Geschäfts mit Autoteilen will sich der Konzern nun auch noch von seiner Kunststofftechniksparte Contitech trennen. Das habe der in einer Grundsatzentscheidung beschlossen, teilte der Konzern mit. Wie genau Contitech aus dem Unternehmen gelösten wird, soll demnach später entschieden werden, derzeit sei aber ein Verkauf die wahrscheinlichste Option. Der Zulieferer werde damit wieder ein „fokussiertes globales Reifenunternehmen“, hieß es in der Mitteilung. Allerdings würde der Konzern dadurch auch deutlich kleiner:  Auf das verbleibende Reifengeschäft entfiel 2024 nur ein Drittel des Konzernumsatzes und 57 000 der insgesamt rund 190 000 Jobs.

Continental plant bereits die Abspaltung seiner Autozuliefersparte, die als eigenständiges Unternehmen an die Börse kommen soll. Wenn die Aktionäre Ende April zustimmen, soll der Börsengang der Sparte unter neuem Namen im September folgen. Ein möglicher Verkauf von Contitech solle erst danach erfolgen, hieß es. Continental hatte bisher bereits geplant, die Teile von Contitech, die an die Autoindustrie liefern, zum Verkauf zu stellen. Daran will der Konzern nun auch festhalten und danach zusätzlich das verbleibende Industriegeschäft verkaufen. Die Sparte liefert unter anderem Schläuche, Antriebsriemen und Förderbänder. Contitech beschäftigt den Angaben zufolge rund 39 000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2024 einen Umsatz in Höhe von rund 6,4 Milliarden Euro.

Gewerkschaften üben Kritik und drohen mit Veto

Die Gewerkschaften IG Metall und IG Bergbau, Chemie, Energie (BCE) übten scharfe Kritik an den Plänen. Der bisher vereinbarte Kündigungsverzicht bis Ende 2026 reiche nicht aus. „Ohne eine deutliche Ausweitung dieser Garantien und eine verlässliche Beschäftigungssicherung werden wir dieser Abspaltung nicht zustimmen“, hieß es von der IG BCE. Auch IG-Metall-Chefin Christiane Benner forderte für die Mitarbeiter „belastbare Zusagen für ihre Arbeitsplätze“.

Conti hatte 1871 zunächst mit Pferdeschuhen und Reifen begonnen, damals noch für Kutschen und Fahrräder. Später kamen Autoreifen hinzu. Durch mehrere Übernahmen, etwa von VDO 2007, wuchs Conti zum drittgrößten Autozulieferer der Welt. Schon 2021 hatte der Konzern die Antriebssparte Vitesco abgespalten.

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