bedeckt München 29°

Computer - Hannover:Niedersachsen plant Quantencomputer in nächsten fünf Jahren

Computer
Björn Thümler (CDU), Wissenschaftsminister Niedersachsen, sitzt im Landtag. Foto: Julian Stratenschulte/dpa (Foto: dpa)

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Hannover (dpa/lni) - Das Land Niedersachsen und mehrere Universitäten, Forschungseinrichtungen und Unternehmen wollen binnen fünf Jahren den ersten Quantencomputer im Land an den Start bringen. Die Quantentechnologie sei ein "Schlüssel für die Zukunft", sagte Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler. "In den vergangenen zehn Jahren haben wir 220 Millionen Euro in die Quantenforschung investiert. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, wo wir das Wissen bündeln und praktisch nutzbar machen müssen", sagte der CDU-Politiker. Dazu solle die Expertise von über 400 Wissenschaftlern der an einem Bündnis beteiligten Institute gebündelt werden.

Gründungsinstitutionen des neuen Forschungsverbunds "Quantum Valley Lower Saxony" sind die Leibniz-Universität Hannover, die TU Braunschweig, die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB), das Albert-Einstein-Institut der Max-Planck-Gesellschaft sowie das Institut für Satellitengeodäsie und Inertialsensorik des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt und der Medizintechnikkonzern Sartorius AG. Das Land Niedersachsen und die Volkswagen Stiftung fördern die Forschung der Initiative in den kommenden fünf Jahren mit insgesamt 25 Millionen Euro.

Der Verbund verfolge einen der weltweit vielversprechendsten technologischen Ansätze: Quantencomputing mit gefangenen Ionen, erklärte Prof. Jürgen Mlynek, Gründungsbeauftragter des Verbunds und ehemaliger Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft. Bei der sogenannten Ionenfallen-Technologie werden Ionen, also geladene Atome, als Grundrecheneinheit des Computers verwendet - ein Ion ist ein Qubit. Mit Hilfe elektrischer Feldern werden diese Ionen eingefangen und durch Radiowellen sowie Laserstrahlen kontrolliert.

Ein Quantencomputer speichert Informationen nicht wie gängige Computer als Bits, die nur zwei mögliche Zustände annehmen können, nämlich Eins oder Null. Ein Qubit eines Quantencomputers kann auch alle Zustände dazwischen einnehmen. Daher steigt die Menge der Informationen, die ein Quantencomputer speichern und verarbeiten kann, exponentiell mit der Zahl der Qubits. Der neue Quantencomputer soll 50 Qubits haben.

© dpa-infocom, dpa:210210-99-383178/2

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB