Als Bettina Orlopp noch Finanzchefin der Commerzbank war, galt sie als jemand, der lieber untertreibt als zu viel verspricht, um die eigenen Aktionäre später mit Erfolgen zu überraschen. Zwar mögen Analysten bescheidene Zurückhaltung ebenso wenig wie Übertreibung, schließlich wollen sie immer wissen, woran sie sind. Doch seit sich der italienische Bankkonzern Unicredit anschickt, die Commerzbank zu übernehmen, hat sich der Ton verändert. Orlopp, die seit knapp einem Jahr an der Spitze des Instituts steht, will beweisen, dass das zweitgrößte private deutsche Geldhaus auch allein überleben kann, und wirft dafür scheinbar alles in die Waagschale: Rekordzahlen, aber auch eine zunehmend angriffslustige Rhetorik.
Geplante ÜbernahmeCommerzbank-Chefin Orlopp geht auf Konfrontation zu Unicredit
Lesezeit: 4 Min.

Wehrt sich gegen die Übernahmegelüste der italienischen Unicredit: Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp.
Ulrich Baumgarten/SZ PhotoRekordzahlen und Rückenwind durch die Börse: Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp legt sich erneut mit Großaktionär Unicredit an und lehnt eine Übernahme weiterhin ab. Erstmals warnt sie Unicredit auch vor Interessenkonflikten.
Von Meike Schreiber, Frankfurt
