Lange hatte sich die Bundesregierung gesträubt, mit Unicredit-Chef Andrea Orcel über dessen Pläne zur Übernahme der Commerzbank auch nur zu reden – und sei es nur höflich und unverbindlich. Bundeskanzler Friedrich Merz und Finanzminister Lars Klingbeil bezeichneten die Übernahmepläne stets als „feindlich“ und unerwünscht, alles Weitere möge Orcel bitte mit dem Management der Commerzbank besprechen. Selbst als Anfang Juli klar wurde, dass die italienische Großbank ihre Beteiligung an dem deutschen Traditionsinstitut auf fast 50 Prozent ausgebaut und Orcel die Absage aus Berlin damit faktisch ignoriert hatte, verwies die Bundesregierung weiterhin an die Konzernzentrale in Frankfurt.
Gespräche mit UnicreditWas sich der Bund für die Commerzbank-Übernahme wünscht
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Commerzbank-Mitarbeitende bei einer Protestkundgebung gegen die Übernahme vor der Hauptversammlung im Mai dieses Jahres.
Timm Reichert/ReutersPlötzlich reden sie doch: Finanzminister Lars Klingbeil hat sich mit Andrea Orcel getroffen, dem Chef der italienischen Großbank Unicredit. Die Bundesregierung stellt Forderungen – vor allem, was den Firmensitz und den Erhalt von Arbeitsplätzen angeht.
Von Claus Hulverscheidt und Meike Schreiber, Frankfurt, Berlin
