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Manfred Knof:Commerzbank holt sich neuen Chef von der Deutschen Bank

Manfred Knof

Deutsche-Bank-Manager Knof wird neuer Commerzbank-Chef.

(Foto: dpa)

Der Deutsche-Bank-Manager Manfred Knof soll zum 1. Januar neuer Vorstandschef der Commerzbank werden. Der 55-Jährige übernimmt den Posten des im Juli zurückgetretenen Martin Zielke.

Deutsche-Bank-Privatkundenchef Manfred Knof wird neuer Vorstandsvorsitzender bei der Commerzbank. Der 55-Jährige übernimmt den Posten am 1. Januar von Martin Zielke, der Anfang Juli zurückgetreten war, wie der Frankfurter MDax-Konzern am Samstagabend nach einer Aufsichtsratssitzung mitteilte. Die Personalie stehe noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Aufsichtsbehörden.

Der Jurist Knof Knof kam erst im Sommer 2019 zur Deutschen Bank und ist dort eine Ebene unter dem Vorstand für das Privatkundengeschäft in Deutschland zuständig. Bis 2017 war er Vorstandsvorsitzender der Allianz Deutschland AG. Seinen Posten bei der Deutschen Bank übernimmt zunächst Vize-Chef Karl von Rohr, wie eine Sprecherin des größten deutschen Geldhauses sagte.

Knof sei "ein erfahrener und umsetzungsstarker Topmanager, der sich in unterschiedlichsten Aufgaben in der Finanzdienstleistungsindustrie bewiesen hat", erklärte Commerzbank-Aufsichtsratschef Hans-Jörg Vetter.

Die neue Commerzbank-Führung steht vor harten Einschnitten

Mit der Berufung Knofs hat der erst Anfang August als Chefkontrolleur des teilverstaatlichten Instituts angetretene Vetter die Nachfolge von Zielke überraschend schnell geregelt. Zielke hatte nach scharfer Kritik von Investoren Anfang Juli seinen Rücktritt angekündigt. Die Bank hatte daraufhin entschieden, den Vertrag mit dem seit Anfang Mai 2016 amtierenden Konzernchef spätestens zum 31. Dezember aufzulösen.

Zielke hatte eingeräumt, dass die im Herbst 2019 beschlossenen Maßnahmen nicht durchschlagend genug waren, um das Institut im Zinstief profitabler zu machen. Der US-Fonds Cerberus als zweitgrößter Aktionär des Instituts hatte der Führung der Commerzbank vorgeworfen, "über Jahre eklatant versagt" zu haben.

Die neue Commerzbank-Führung steht vor harten Einschnitten: Seit Monaten wird intern über eine Verschärfung des Sparkurses diskutiert. Die Zahl der zuletzt knapp 40 000 Vollzeitstellen könnte um bis zu ein Viertel gekappt werden. Von 1000 Filialen könnten gerade einmal 200 übrig bleiben, in denen Kunden sich beraten lassen können.

© SZ.de/rtr/jsa
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