Es ist eine knallrote Gummischlappe. Aber nicht irgendein Rot, sondern das charakteristische Coca-Cola-Rot. Der Schriftzug zieht sich vorn über den Schuh, dort, wo die typischen Löcher sind. „Coca“ steht auf dem linken, „Cola“ auf dem rechten. Vom 13. Januar an sind die Crocs, die in Zusammenarbeit mit Coca-Cola-Konzern entstanden sind, in den USA erhältlich. In Deutschland kommen sie einen Tag später heraus. Auch in Silber wird es die Schuhe zu kaufen geben, weil es ja nicht nur die rote Cola gibt, sondern auch die silberne Cola Light.
Für Coca-Cola ist die Kollaboration eine Chance, an einem Trend teilzuhaben. Das Image von Crocs hat sich längst gewandelt: Vom ulkigen Hausschuh, den das Time-Magazin 2010 noch zum „hässlichsten Schuh aller Zeiten“ kürte, zum begehrten Statement-Artikel.
Ein wichtiger Schritt auf diesem Weg: Kooperationen mit Luxusmarken. 2017 fing es an, da kooperierte die Firma Crocs Inc., eine börsennotierte US-Gesellschaft, mit der High-Fashion Marke Balenciaga. Man versah den Schuh mit einem Plateau und, schwups, war er tauglich für den Laufsteg in Paris. Die erste große Zusammenarbeit mit einem Prominenten gelang Crocs dann ein Jahr später mit dem Musiker Post Malone.
Der, so sagt er jedenfalls, ist auch privat Fan der Schuhe und wurde zuvor mehrfach in ihnen fotografiert. Es war laut Michelle Poole, damals die Chefin der Firma Crocs, die erste Kooperation, „über die jeder geredet hat“. 2022 veröffentlichte die Luxusmarke MCM Crocs, an denen eine braune Ledertasche in Miniaturversion befestigt war. Im selben Jahr setzte Balenciaga die Zusammenarbeit fort – und zeigte Crocs in Quietschgrün, mit einem acht Zentimeter hohen Absatz. Auch die Chipsmarke Pringles versuchte sich an Crocs. Allerdings handelte es sich hier um einen Stiefel in Cremeweiß, nur die runde Form erinnerte an das Original.
Coca-Cola ist nun fast ein wenig spät dran mit seiner Kooperation, denn wer weiß, wie lang der Hype noch anhält? Im vergangenen Jahr gab es weltweit noch 2,3 Milliarden Aufrufe für den Tiktok-Trend „Crocs with Socks“. Wie trägt man die Gummischlappen mit Socken und kombiniert andere Teile dazu so, dass es gut aussieht? Das wollten sehr viele junge Leute sehen und selbst ausprobieren.
Der Erfolg der Crocs zeigte sich auch in den Bilanzen. Für 2024 meldete die Firma einen Jahresumsatz von 4,1 Milliarden US-Dollar, ein Anstieg von vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahlen für 2025 liegen noch nicht vor. Aber Rückschläge hat es bereits gegeben. Im August vergangenen Jahres zum Beispiel. Da verlor die Aktie 30 Prozent an einem einzigen Tag, weil das Unternehmen einen Umsatzrückgang befürchtete. Das, und vielleicht beruhigt das die Konzernspitze, lag nicht daran, dass der Hype abflacht, sondern an Donald Trump und seinen erratischen Zoll-Ankündigungen. Davor schützt einen als Firmenchef ohnehin niemand.
