Claus Weselsky ist nicht da. Dabei ist die SMS eindeutig: Treffpunkt bei der Genossenschaft Fair Train, wo Weselsky seit einiger Zeit einen Vorstandsposten hat. Einen Anruf später ist klar: Der 66-Jährige hat sich vertan. Er sitzt in seinem anderen Büro, zwei Kilometer entfernt beim Deutschen Beamtenbund, wo er nach wie vor stellvertretender Bundesvorsitzender ist. Von sich selbst sagt Weselsky, er sei im „Teilzeit-Ruhestand“, auch bei der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) redet er noch mit. Nach 16 Jahren an der Spitze hat er den Chefposten vor einem Jahr an Mario Reiß abgegeben. Seitdem verwaltet er seinen Kalender auch wieder selbst. Da kann man mit Terminen und Treffpunkten schon mal durcheinanderkommen.
Reden wir über Geld„Ich hätte den Kunden mehr als die Hälfte der Streiks ersparen können“
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Der frühere GDL-Chef Claus Weselsky ist seit einem Jahr im Ruhestand, zumindest offiziell. Wie er mit dem Bedeutungsverlust klarkommt, warum er jetzt Ayurveda-Kuren macht und was sich bei der Deutschen Bahn nach Lutz’ Rauswurf ändern muss.
Interview von Alexander Hagelüken und Vivien Timmler, Berlin
