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Nach Handelsstreit mit den USA:Chinas Wirtschaft wächst so langsam wie lange nicht

China: Container-Hafen von Qingdao

Aus der Vogelperspektive: Der Hafen von Qingdao in Chinas östlicher Provinz Shandong.

(Foto: AFP)
  • Das Wirtschaftswachstum in China hat sich erneut abgeschwächt. Im vergangenen Jahr gab es lediglich ein Plus von 6,1 Prozent.
  • Neben dem Handelskonflikt mit den USA wurden auch schwächelnde heimische Konsumausgaben als Grund für das langsame Wachstumstempo genannt.

Der Handelskonflikt mit den USA hat das chinesische Wirtschaftswachstum 2019 weiter abgebremst. Im vergangenen Jahr gab es ein Plus von 6,1 Prozent, wie aus am Freitag veröffentlichten Regierungsdaten hervorging. Im Vorjahr 2018 waren es noch 6,6 Prozent - schon damals der niedrigste Wert seit 1990. Das Wachstum im letzten Quartal 2019 entsprach mit 6,0 Prozent dem Wert im Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr hatte die Regierung in Peking ein Plus zwischen 6,0 und 6,5 Prozent als Ziel ausgegeben.

Die kommunistische Führung sprach von einem "Abwärtsdruck", den die Wirtschaft derzeit erlebe. "Quellen der Instabilität" und Risiken im Ausland hätten zudem zugenommen. Neben dem Handelskonflikt mit den USA wurden aber auch schwächelnde heimische Verbraucherausgaben als Grund für das langsame Wachstumstempo genannt.

China hat ein Handelsabkommen mit den USA unterzeichnet

Chinesischen Exporteuren setzen die Strafzölle von US-Präsident Donald Trump zu, die dessen Regierung gegen die Volksrepublik verhängt hat. Hintergrund ist Trumps Unmut über Pekings Handelsüberschuss: China exportiert mehr Waren in die USA als umgekehrt. Zudem lehnen die USA die staatliche Förderung der Hochtechnologiebranche in China ab. Die Vereinigten Staaten und andere Länder werfen Peking vor, ausländischen Unternehmen im Gegenzug für Zugang zum chinesischen Markt wertvolles Know-how abzupressen. Auf die US-Strafzölle auf Waren im Milliardenwert hat China mit Vergeltungszöllen in ähnlichem Umfang reagiert.

Beide Seiten unterzeichneten in dieser Woche einen vorläufigen Handelspakt. Er sieht vor, dass die USA geplante neue Zollerhöhungen zurücknehmen und die Volksrepublik wiederum mehr amerikanische Agrarprodukte einführt. Bereits verhängte Strafzölle auf Güter des jeweils anderen Landes bleiben indes bestehen.

Chinas Führung versucht das Land selbst auf einen langsameren und kontrollierbareren Wachstumskurs zu lenken. Doch hat der abrupte Abwärtstrend in der Aktivität und der Konflikt mit Washington sie gezwungen, die Staatsausgaben zu erhöhen und andere Maßnahmen zu ergreifen, um das Wachstum der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt anzukurbeln.

© SZ.de/rtr/mxm
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