Der Zustand der deutschen China-Politik zeigt sich in einer fast hilflosen Szene. Montagabend im Pekinger Botschaftsviertel. Vizekanzler und Finanzminister Lars Klingbeil kommt aus stundenlangen Gesprächen mit der chinesischen Seite in ein Hotel, wo eine kleine Runde deutscher Journalisten wartet. Was er ihnen anbietet, bleibt dünn. Es sei immer besser, miteinander zu sprechen, als übereinander, sagt Klingbeil. Viel mehr Substanz folgt nicht. Vom chinesischen Vizepremier He Lifeng habe er immerhin die Zusage erhalten, man nehme die deutschen Sorgen ernst. Gemeint sind die Ausfuhrkontrollen für kritische Rohstoffe und Billigstahl, die deutschen Firmen massive Probleme bereiten. Dann spricht Klingbeil über den Rentenstreit in Berlin. Dafür ist er rund 8000 Kilometer geflogen.
WirtschaftsbeziehungenChina ist selbstbewusst, Deutschland hilflos
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Vizekanzler Lars Klingbeil erhält in Peking lauwarme Beistandsbekundungen, während Chinas Industriepolitik den Wohlstand in Deutschland gefährdet. Eine China-Kommission soll nun helfen.
Von Lea Sahay, Peking
