China Klassensprecher gesucht

Etwa 60 Prozent aller Hochgeschwindigkeitszüge weltweit werden in China hergestellt und verkauft. Für dieses Modell, das einem ICE stark ähnelt, liefert Siemens wichtige Komponenten. Das schafft Abhängigkeiten.

(Foto: Nelson Ching/Bloomberg)

Lange lief es für deutsche Unternehmen in China ausgezeichnet. Doch das ändert sich. Der Bundesverband der deutschen Industrie eröffnet deshalb eine Repräsentanz in Peking - und hofft künftig auf mehr Einfluss.

Von Christoph Giesen, Peking

Die Einladung klang ein wenig aus der Zeit gefallen: "China hat in den vergangenen Jahrzehnten für die deutsche Industrie enorm an Bedeutung gewonnen. Das Land zählt mittlerweile zu Deutschlands wichtigsten Wirtschaftspartnern." Daher habe sich der Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) entschieden, in Peking eine Repräsentanz zu eröffnen. China? Erst jetzt? Mehr als 5 000 deutsche Firmen sind doch schon vor Ort und beschäftigen eine Million Mitarbeiter. Hat der Verband China verschlafen?

Bis vor ein paar Jahren war China das ...