Es war von Anfang an ein Missverständnis. Als Donald Trump den Handelsstreit mit China im vergangenen Jahr erneut eröffnete, dachte der US-Präsident in Handelsdefiziten und Druckmitteln. Strafzölle sollten chinesische Zugeständnisse erzwingen, Abhängigkeiten verringern. Die Regierung in Peking dagegen rechnete anders. Für China war der Konflikt kein Streit über Warenströme, sondern ein Wettbewerb der Systeme. Nicht der kurzfristige Schlag zählte, sondern die langfristige Wirkung: Welche Großmacht erscheint stabiler, berechenbarer, wenn sich der Staub gelegt hat?
MeinungHandelsstreit mit den USAChina nutzt das Zoll-Urteil geschickt für sich
Kommentar von Gregor Scheu, Peking
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Dort die unberechenbaren USA, hier das verlässliche China: So inszeniert sich die Regierung in Peking schon lange. Ausgerechnet das Urteil des Supreme Court gegen Trumps Zölle stärkt dieses Narrativ.