MeinungHandelsstreit mit den USAChina nutzt das Zoll-Urteil geschickt für sich

Kommentar von Gregor Scheu, Peking

Lesezeit: 2 Min.

Ein Arbeiter in der Fabrik des Kraftwerksherstellers Harbin Electric in der nordostchinesischen Provinz Heilongjiang.
Ein Arbeiter in der Fabrik des Kraftwerksherstellers Harbin Electric in der nordostchinesischen Provinz Heilongjiang. Wang Song/dpa

Dort die unberechenbaren USA, hier das verlässliche China: So inszeniert sich die Regierung in Peking schon lange. Ausgerechnet das Urteil des Supreme Court gegen Trumps Zölle stärkt dieses Narrativ.

Es war von Anfang an ein Missverständnis. Als Donald Trump den Handelsstreit mit China im vergangenen Jahr erneut eröffnete, dachte der US-Präsident in Handelsdefiziten und Druckmitteln. Strafzölle sollten chinesische Zugeständnisse erzwingen, Abhängigkeiten verringern. Die Regierung in Peking dagegen rechnete anders. Für China war der Konflikt kein Streit über Warenströme, sondern ein Wettbewerb der Systeme. Nicht der kurzfristige Schlag zählte, sondern die langfristige Wirkung: Welche Großmacht erscheint stabiler, berechenbarer, wenn sich der Staub gelegt hat?

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