Essay:China wird sich durch Handel nicht wandeln

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Chinesische Soldaten vor einem Containerschiff: Es herrscht zunehmend Frostigkeit zwischen China und seinen westlichen Handelspartnern. (Foto: Stringer)

China war lange ein Paradies für ausländische Unternehmer. Doch die Idee, im regen Warenaustausch auch westliche Ideale zu exportieren, war naiv. Die deutsche Industrie muss ihre Geschäfte mit China dringend überdenken.

Von Karl-Heinz Büschemann

Müssen sich deutsche Unternehmer Gedanken machen, wenn in Wilhelmshaven eine Fregatte der Bundesmarine ausläuft? Müssen sich Manager darüber die Köpfe zerbrechen, dass in Peking ein kanadischer Geschäftsmann wegen angeblicher Spionage zu elf Jahren Gefängnis verurteilt wurde? Sie sollten es tun. Denn beide Fälle zeigen die wachsende Frostigkeit zwischen den Handelspartnern. Das Kriegsschiff Bayern, das Anfang August Richtung chinesisches Meer in See stach, soll der chinesischen Führung demonstrieren, dass die westlichen Nationen die außenpolitischen Drohgebärden gegenüber Nachbarländern mit zunehmendem Argwohn betrachten. Und die Aburteilung des Kanadiers Michael Spavor ist eine klare Geste Pekings: Sie zeigt dem Westen, dass man nicht davor zurückschreckt, ausländische Wirtschaftsvertreter ins Gefängnis zu bringen. Die angespannte Lage wird den deutschen Unternehmen, die gut vom Chinageschäft leben, mutmaßlich einige Probleme bereiten. China ist der wichtigste Handelspartner der Bundesrepublik.

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