CEO-Umfrage beim Weltwirtschaftsforum – Axel Heitmann

Axel Heitmann, Vorstandsvorsitzender, Lanxess

Es ist ruhig geworden um die Krise in Europa. Ist das Schlimmste überstanden?

Nein, die Krise in Europa bleibt eine große Herausforderung sowohl für die Weltwirtschaft als auch für die Unternehmen.

Woran lesen Sie das ab und was muss jetzt geschehen?

Die konjunkturelle Schwäche Europas im Vergleich zu den USA, Südamerika und Asien besteht fort. In einigen großen Ländern herrscht politische Uneinigkeit hinsichtlich der nötigen Restrukturierungen. Schuldenstand und Arbeitslosigkeit sind in vielen Ländern hoch. Es ist deshalb von großer Bedeutung, dass nun klare Entscheidungen getroffen und Reformen eingeleitet werden, die einerseits die Konjunktur beleben, Arbeitsplätze schaffen und helfen, die Schuldenproblematik in den Griff zu bekommen. Unabhängig von seiner überschaubaren Größe ist Irland ein gutes Beispiel dafür, wie derartige Herausforderungen angegangen werden können. Und auch die bisherige Stärke der deutschen Wirtschaft gibt Aufschluss darüber, welche Maßnahmen zielführend sind: die Reform der Sozialsysteme und die Flexibilisierung des Arbeitsmarkts. Reformfähigkeit und politischer Konsens sind der Schlüssel zur Lösung der Probleme.

Wie geht es mit der Konjunktur in Deutschland im Jahr 2013 weiter?

Deutschland wird sich voraussichtlich auch in diesem Jahr wieder als Konjunkturmotor der europäischen Union und führender Handelspartner Europas, der USA und China erweisen. In Jubelstimmung ist die deutsche Wirtschaft dennoch nicht, denn die  Herausforderungen und Risiken bleiben beträchtlich. Das Vorantreiben von Infrastrukturprojekten und die im internationalen Vergleich wettbewerbsfähige Energieversorgung der deutschen Industrie müssen genauso weit oben auf der Agenda stehen, wie beispielsweise die Förderung des Innovationsstandorts Deutschland. Dass es sich bei 2013 um ein Wahljahr in einigen europäischen Ländern handelt, darf nicht zum Stillstand führen.

Bild: Alessandra Schellnegger 25. Januar 2013, 07:252013-01-25 07:25:40 © Süddeutsche.de/ale/jab