Ceconomy:Offene Stellen

Läden im Spielzeugformat - Große Ketten testen Mini-Filialen

Ein Media-Markt in Berlin. Der Mutterkonzern Ceconomy sucht verzweifelt nach einem neuen Chef.

(Foto: Alexander Heinl/dpa)

In der Konzernmutter von Media-Markt und Saturn wird heftig über das Profil eines neuen Chefs gestritten. Woher, wie lange, welche Qualitäten?

Von Michael Kläsgen

Seit fast drei Monaten sucht Ceconomy, die Konzernmutter der Ketten Media-Markt und Saturn, nun schon einen neuen Vorstandschef. Die Besetzung scheint schwierig. Aufsichtsrat und Großaktionäre von Ceconomy sind sich nach Informationen der Süddeutschen Zeitung nicht einmal darüber einig, welches Profil die Person haben sollte.

Wie viel Macht sie in dem Unternehmen haben sollte, das mit mehr als 21 Milliarden Euro Umsatz einer der größten Elektronikhändler Europas ist? Ob sie eher ein Handelsprofi oder ein Digital-Spezialist sein sollte? Und wie lang ihr Vertrag laufen soll? Eher nur drei Jahre, um den offenbar notwendigen tief greifenden Umbau des kriselnden Unternehmens anzustoßen, dem die Gewinne wegbrechen? Oder besser zehn Jahre, um die Transformation nicht nur auf den Weg zu bringen, sondern diese zu begleiten und unumkehrbar zu machen?

Christoph Vilanek, Chef von Freenet, einer der Ceconomy-Großaktionäre, der 9,4 Prozent der Anteil an dem börsennotierten Unternehmen hält, hat da klare Vorstellungen. Doch die stimmen nicht unbedingt mit denen des Aufsichtsratsvorsitzenden Jürgen Fitschen, des ehemaligen Co-Chefs der Deutschen Bank, überein, der qua Amt eigentlich mit der Suche beauftragt ist. Vilanek sagt: "Ceconomy braucht einen starken CEO, der von außen kommt. Einen Macher mit großer Digital- und Transformations-Kompetenz, der ein tiefes Verständnis für das operative Geschäft mitbringt." Doch genau um dieses "operative Geschäft" soll sich nach offizieller Darstellung eigentlich der Spanier Ferran Reverter kümmern. Reverter stieß vor 17 Jahren zum Unternehmen und steht seit Oktober an der Spitze der Ketten Media-Markt und Saturn. Ihn will das Unternehmen erklärtermaßen als eine Art Sanierer aufbauen. Die Frage ist: Wenn jetzt ein weiteres Alphatier geholt und Reverter vor die Nase gesetzt wird, wäre dass dann gut oder schlecht für Ceconomy?

Auch da gehen die Meinungen auseinander. Vilanek hält es für unerlässlich, dass der neue Ceconomy-Chef Durchgriff auf die Media-Markt- und Saturn-Märkte hat, die bislang weitgehend ein Eigenleben führen. Er sagt: "Die 450 Marktleiter in Deutschland und das mittlere Management in Ingolstadt müssen vor ihm Respekt haben. Im Vergleich zur Situation bis zum Weggang von Pieter Haas, bin ich der Überzeugung, dass der CEO operative Verantwortung für das Tagesgeschäft tragen muss und nicht nur als Holding-Chef agieren darf." Kurzum: Bitte keinen hochbezahlten Frühstücksdirektor.

Fitschen mag sich öffentlich nicht zu der Personalie äußern. Er lässt lediglich mitteilen, dass die Nachfolgesuche auf bestem Wege sei. Nur: Nach drei Monaten ergebnisloser Suche ist offensichtlich, dass dem nicht so ist. Fitschen sucht auch nicht selber. Er überlässt das der Personalberatung Egon Zehnder.

Eng verbunden mit der Frage, welches Profil der neue Holding-Chef haben sollte, ist ein weiteres Problem. Gegenwärtig hat die Holding ihren Sitz in Düsseldorf, das Management von Media-Markt und Saturn arbeitet jedoch in Ingolstadt. Hat es Sinn, beides geografisch zu trennen? Nach offizieller Sichtweise ja. Pro forma müsse die Holding in Düsseldorf sein, heißt es. Man erinnere sich: Ceconomy spaltete sich vor anderthalb Jahren von der Metro AG ab, und deren Sitz war und ist in Düsseldorf. Deswegen müsse dort auch Ceconomy angesiedelt sein. Freenet-Chef Vilanek hält das für falsch. "Die Ceconomy-Holding sollte ihren Sitz in Ingolstadt haben", sagt er, "dort, wo das operative Geschäft seinen Sitz hat und die Entscheidungen getroffen werden."

Und das sind nicht mal alle Probleme. Gesucht wird auch noch ein neuer Finanzchef. Den Posten hat Anfang des Jahres ein Aufsichtsratsmitglied - nur übergangsweise übernommen.

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