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Reden wir über Geld mit Carmen Reinhart:"Du kannst jederzeit alles verlieren"

Carmen Reinhart Ökonomin

Carmen Reinhart: "Die Krise von Griechenland, Portugal und Irland 2010 ist Kinderkram im Vergleich zum Risiko, das von Italien ausgeht."

(Foto: Michael Stephan/IFW Kiel)

Carmen Reinhart gilt als die am häufigsten zitierte Ökonomin der Welt. Sie spricht über Sicherheit, warum man sich vor der nächsten Krise kaum schützen kann und über welchen Fehler sie nicht lachen kann.

Von Angelika Slavik und Jan Willmroth

Carmen Reinhart sitzt in einem Erkerzimmer des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel. Sie beobachtet die Segelboote draußen auf dem Wasser. "So ein schöner Ausblick", sagt sie. Reinhart, 63, ist Professorin für Internationale Finanzsysteme in Harvard, sie gilt als die am häufigsten zitierte Ökonomin der Welt. In Kiel wurde ihr vom IfW nun der Bernhard-Harms-Preis verliehen: Die gebürtige Kubanerin präge seit Jahrzehnten die öffentliche Debatte und die Forschungsagenda zu den Themen Staatsverschuldung und Finanzkrisen, hieß es in der Laudatio. Das stimmt - allerdings war die öffentliche Aufmerksamkeit nicht immer angenehm für sie: Reinharts Arbeit über den Zusammenhang zwischen zu hoher Staatsverschuldung und ausbleibendem Wirtschaftswachstum, die sie mit ihrem Kollegen Kenneth Rogoff verfasst hatte, galt lange als Bibel für alle Verfechter staatlicher Haushaltsdisziplin. Bis 2013 ein Student entdeckte, dass die Thesen von Reinhart und Rogoff auf falschen Zahlen basierten - ausgelöst durch eine fehlerhafte Excel-Tabelle. Noch heute ist das nicht unbedingt ihr liebstes Gesprächsthema.

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